Die Feuerwehr rückte zu 22 Einsätzen aus. Bäume stürzten unter anderem auf eine Oberleitung und ein Wohnhaus.

Drei Pkw wurden an der Witzelstraße von einem umstürzenden Baum beschädigt.  Fotos (2): Gerhard Berger
Drei Pkw wurden an der Witzelstraße von einem umstürzenden Baum beschädigt. Fotos (2): Gerhard Berger

Drei Pkw wurden an der Witzelstraße von einem umstürzenden Baum beschädigt. Fotos (2): Gerhard Berger

An der Angerstraße in Urdenbach kippte eine knapp 20 Meter hohe Birke auf die Rückseite eines Hauses.

So mancher Schirm hielt dem Sturm am Donnerstag nicht mehr stand – wie der von An und Lore am Burgplatz.

Gerhard Berger, Bild 1 von 3

Drei Pkw wurden an der Witzelstraße von einem umstürzenden Baum beschädigt. Fotos (2): Gerhard Berger

Düsseldorf. Mit Böen von bis zu 110 km/h ist Sturmtief Andrea am Donnerstag vor allem über das süd-östliche Stadtgebiet hinweggefegt. Zwölf Liter Regen pro Quadratmeter gingen allein zwischen sieben und elf Uhr nieder. „Das war für Düsseldorf der stärkste Sturm seit mindestens einem Jahr“, sagte Stefanie Gärtner vom Deutschen Wetterdienst der WZ. Orkanartige Böen seien jedoch ausgeblieben, das Unwetter insgesamt etwas schwächer ausgefallen wie erwartet. Am Nachmittag schwächten sich die Böen etwas ab. Nur bei Schauern kam es noch zu kräftigen Böen.

Am NRW-Forum löste sich ein 30 Quadratmeter großes Plakat

Die Gewitterfront verursachte entwurzelte Bäume und gelöste Dachziegel. Die Feuerwehr musste bis zum Nachmittag zu 22 sturmbedingten Einsätzen ausrücken. Unter anderem zum Flinger Broich. Um 8.26 Uhr stürzte dort eine 25 Meter hohe Tanne auf eine Oberleitung der Deutschen Bahn und fing Feuer. Noch während die Feuerwehr die Sperrung der Strecke beantragte, beförderte eine weitere Böe den brennenden Baum neben die Gleise, wo er gelöscht und anschließend mit der Kettensäge gestutzt werden konnte. Der Einsatz dauerte eine Stunde.

An der Witzelstraße stürzte um 8.34 Uhr eine 20 Meter hohe Robinie auf ein fahrendes und zwei parkende Autos. Der Fahrer des Golfs konnte nicht mehr ausweichen, so dass Motorhaube und Dach des Fahrzeugs von der Baumkrone beschädigt wurden. Verletzt wurde niemand. Den Schaden an allen drei Pkw schätzt die Feuerwehr auf 25 000 Euro. Während der Bergungsarbeiten musste die Straße stadteinwärts für 30 Minuten komplett, für eine weitere Stunde halbseitig gesperrt werden. Das hatte lange Staus zur Folge.

Ebenfalls mit einem umgestürzten Baum hatte die Feuerwehr an der Angerstraße zu kämpfen, wo eine knapp 20 Meter hohe Birke auf die Rückseite eines Hauses fiel. Balkone und Dach wurden beschädigt. Mit Motorsägen trugen die Einsatzkräfte den Baum in stundenlanger Arbeit von oben ab.

Eine zu große Angriffsfläche für den Wind bot ein 30 Quadratmeter großes Plakat am NRW-Forum. Nachdem es sich gelöst hatte, musste die Feuerwehr es von der Hauswand am Joseph-Beuys-Ufer entfernen.

An der Fritz-Erler Straße lief eine Unterführung voll

Der Rheinpegel wird heute voraussichtlich auf mehr als sechs Meter steigen. „Die Urdenbacher Kämpe wird dann überflutet, der Ortweg muss gesperrt werden“, sagt Kristian Lütz vom Stadtentwässerungsbetrieb. In Hamm wurde bereits ein Durchgang zum tiefer liegenden Flussufer versperrt. Am Wochenende könnte die Sieben-Meter-Marke erreicht werden, dennoch erfordere das noch keine besonderen Hochwasser-Aktivitäten.

An der Orangeriestraße ließen Böen einige Dachpfannen eines Gebäudes neben der Maxkirche abheben. Die Feuerwehr musste mit einer Drehleiter nach oben, um Schlimmeres zu verhindern.

Auch die Folgen des starken Regens hielten die Feuerwehr in Atem. An der Fritz-Erler-Straße lief in der Unterführung gegen zehn Uhr das Wasser nicht mehr ab. Etwa 5000 Liter mussten abgepumpt werden.

Sogar auf die Gasleuchten in der Stadt hatte Sturmtief „Andrea“ Auswirkungen. Da die Zündflammen bei starkem Wind ausfallgefährdet sind, stellte die Stadt auf Dauerbetrieb um. Die Kosten pro Tag: 12 000 Euro.

„Keine besonderen Vorkommnisse“, hieß es dagegen am Flughafen. Alle Maschinen kamen vom und in den Himmel. Von dort lacht am Freitag sogar die Sonne: Laut Deutschem Wetterdienst sind zwei bis drei Stunden blauer Himmel drin.

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