Die Zahl von Studenten und Einrichtungen steigt stark.

Bildung
Konzentrierte Zuhörer in einem Hörsaal der Hochschule für Ökonomie und Management, die größte private Hochschule Düsseldorfs.

Konzentrierte Zuhörer in einem Hörsaal der Hochschule für Ökonomie und Management, die größte private Hochschule Düsseldorfs.

dpa

Konzentrierte Zuhörer in einem Hörsaal der Hochschule für Ökonomie und Management, die größte private Hochschule Düsseldorfs.

Düsseldorf. Die Studentenzahlen steigen in Düsseldorf stetig an, besonders auffällig jedoch bei den privaten Einrichtungen. Neugründungen sorgen für Bewegung auf dem Markt, aber auch länger bestehende Studiengänge sind gefragt.

Rund zehn Prozent aller Studenten entscheiden sich Schätzungen zufolge derzeit für solche Angebote. Absoluten Zahlen gibt es nicht, da nicht alle Einrichtungen Auskunft darüber geben.

Sowohl die Fliedner Fachhochschule für Berufe aus dem Sozialen und dem Gesundheitsbereich als auch die Fernuni IST wurden vom Ansturm auf ihre kleinen Einrichtungen überrascht. Die IST startete 2013 mit einem Probelauf von 40 Studenten, seit dem Wintersemester 2014/15 sind über 730 eingeschrieben.

FOM ist derzeit die größte private Einrichtung der Stadt

„Wir haben mit der Hälfte gerechnet“, sagt Katrin Gessner-Ulrich, Vizepräsidentin der Hochschule. Die Nachfrage führt sie auf das angebotene Modell zurück: „Sportmanagement beispielsweise können Leistungssportler bei uns flexibel berufsbegleitend absolvieren.“ An einer Universität seien solche Modelle schwer umsetzbar.

Die Fliedner Hochschule hingegen decke „Lücken im sozialen sowie im Gesundheits- und Bildungsbereich“, sagt Pressesprecherin Melanie Bodeck. Die Kaiserswerther Diakonie habe das Angebot gezielt geschaffen mit Studiengängen wie Medizinische Assistenz in der Chirurgie oder, ganz neu ab Oktober, einem Master in Intensivpädagogik für die Arbeit mit stark verhaltensauffälligen Menschen. Seit dem Start der Fachhochhochschule 2011 seien die Zahlen von 106 auf 720 Studenten gestiegen.

22 Bachelor-, 12 Masterstudiengänge in den Bereichen Wirtschaft und IT. Kosten: ab 295 Euro pro Monat.

Fünf Bachelor-, 1 Masterstudiengang in den Bereichen Sport, Business, Fitness, Tourismus. Kosten: Vollzeit 349 Euro pro Monat, Teilzeit 289 Euro pro Monat.

Acht Bachelor- und drei Masterstudiengänge in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Sozialwesen. Kosten: 350 Euro pro Monat.

Vier Bachelorstudiengänge im Bereich Wirtschaft. Kosten: 740 Euro pro Monat.

Vier Bachelorstudiengänge in den Bereichen Mode, Design, Kommunikation, Management. Kosten: Zwischen 625 und 675 pro Monat. j uni

Neun Bachelorstudiengänge in den Bereichen Kommunikation, Medien und Management. Kosten: Je nach Studiendauer etwa 690 Euro pro Monat.

Die FOM, die Hochschule für Ökonomie und Management, ist derzeit die größte private Einrichtung in der Stadt. Für 3000 Studenten hat die Leitung am Standort Düsseldorf in einen Neubau investiert. Mit den seit 2004 stark anwachsenden Zahlen (damals waren es noch 40 Studenten, 2010 dann schon 1100) stieg auch der Bedarf an Räumen.

Vor allem die engmaschige Betreuung in kleinen Gruppen sieht Meike Kieslich von der ebc als Vorteil privater Hochschulen. Sie seien eine Alternative zu Massen-Studiengängen an den großen Universitäten. 315 sind am Düsseldorfer Standort eingeschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf Studiengängen im Bereich Wirtschaft.

Auch die Akademie Mode und Design (AMD) in Düsseldorf sieht ihren Vorteil in der Spezialisierung auf eine Branche und der engen Verzahnung der Bereiche. 450 Studenten verteilen sich dort aktuell auf vier Bachelor-Studiengänge in den Fachrichtungen Mode, Design, Kommunikation und Management.

Doch diese Nischen-Angebote haben ihren Preis. Ein dreijähriges Studium an der Europäische Medien- und Business-Akademie für Medien- und Marketingstudiengänge im Medienhafen koste etwa rund 24 000 Euro. Die Gebühren variieren von 289 Euro im Monat an der IST für ein Teilzeit-Modell bis zu 740 Euro an der ebc. Einige Hochschulen bieten eine Beratung für Stipendien und weitere Finanzierungsmöglichkeiten an.

Norbert Woehlke, bei der IHK zuständig für die Berufsausbildung, rät zudem, sich die jeweilige Einrichtung und den Studiengang genau anzusehen. Grundsätzlich steht er dem Trend aber positiv gegenüber: „Die privaten Hochschulen sind eine Bereicherung. Sie zeigen, was möglich ist.“

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