Festnahme: 25-Jähriger fälschte Unterlagen zu Schwarzgeldkonten.

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Wurde nachdem er selbst vor dem Richter saß nun auch noch Opfer: Franjo Pooth

Wurde nachdem er selbst vor dem Richter saß nun auch noch Opfer: Franjo Pooth

dpa

Wurde nachdem er selbst vor dem Richter saß nun auch noch Opfer: Franjo Pooth

Düsseldorf. Um seine Studiengebühren bezahlen zu können, hat ein verschuldeter Student aus Köln den Pleite-Unternehmer Franjo Pooth erpresst. Der Medizinstudent ist bei einem zum Schein vereinbarten Treffen mit dem Pooth-Anwalt von Zivilpolizisten festgenommen worden.

Der 25-Jährige hatte sich laut Polizei als russischer Detektiv ausgegeben und behauptet, es seien auf Pooths Namen ohne dessen Wissen Schwarzgeldkonten in Luxemburg angelegt worden. Gegen eine Summe zwischen 30000 und 60 000 Euro würde er dafür sorgen, dass die Konten gelöscht würden. Andernfalls müsse Pooth mit einem weiteren Skandal rechnen. Familie Pooth schaltete aber sofort die Polizei ein. Der Student wohnt noch bei seinen Eltern im 17. Stock eines Hochhauses im sozialen Brennpunkt Köln-Chorweiler. Seine Eltern sind arbeitslos, und er selbst mit 10000 Euro verschuldet. Weil er kein Geld mehr für die anstehende Semestergebühr hatte, ersann der Student, der 1999 aus Usbekistan mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen war, seinen Plan.

Fix hatte er sich aus dem Internet Daten, Fakten, Bilder und Dokumente über Pooth gesammelt und montiert. Im Internet gab er einen Notariats-Stempel mit Landeswappen in Auftrag. Schon waren Konto-Auszüge von einer Bank auf den Bermudas über Fantasie-Beträge von 82 Millionen Euro und angeblich notariell beglaubigte Kopien des Personalausweises von Pooth gebastelt. "Mit diesen Unterlagen wollte er Pooth konfrontieren", berichtete ein Ermittler gestern. Auf einer Liste, die am Dienstag bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden wurde, hatte sich der Student die Namen weiterer potenzieller Opfer notiert: Klaus Zumwinkel und Boris Becker etwa.

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