Stadtteilpolitiker starten neuen Anlauf, um Strom- und Verteilerkästen zu verschönern.

Hin- statt Weggucker: Immerhin 800 Euro hat die Gestaltung dieses Telekom-Kastens an der Stein-/Ecke Kreuzstraße gekostet.
Hin- statt Weggucker: Immerhin 800 Euro hat die Gestaltung dieses Telekom-Kastens an der Stein-/Ecke Kreuzstraße gekostet.

Hin- statt Weggucker: Immerhin 800 Euro hat die Gestaltung dieses Telekom-Kastens an der Stein-/Ecke Kreuzstraße gekostet.

Auch Graffiti können die grauen Kästen schöner machen. Dieses Exemplar steht am Ständehauspark.

Judith Michaelis, Bild 1 von 2

Hin- statt Weggucker: Immerhin 800 Euro hat die Gestaltung dieses Telekom-Kastens an der Stein-/Ecke Kreuzstraße gekostet.

Düsseldorf. Sie lassen nicht locker: Bereits zum zweiten Mal hat die SPD in der Bezirksvertretung 1 (Stadtmitte) vor kurzem einen Vorstoß unternommen, die hässlichen grauen Strom- und Verteilerkästen im Stadtbezirk künstlerisch zu gestalten. Ziel: Es soll Platz für Kunst im öffentlichen Raum geboten und zusätzlich das Straßenbild durch die bunten Hingucker aufgewertet werden. Die Verwaltung wird aufgefordert, mit der Telekom und anderen Eigentümern über eine bessere Gestaltung zu verhandeln.

Nach einem ersten Beschluss des Stadtteilparlaments 2012 ist freilich nicht viel passiert, konstatiert Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner (SPD). Immerhin: Ein Projekt ist inzwischen an der Ecke Steinstraße/Kreuzstraße umgesetzt worden. „Ein Profikünstler hat in Absprache mit der Telekom die Waschmaschine aufgesprüht“, erklärt Spillner.

Hintergrund: Die Deutsche Telekom startete im Sommer 2015 die Kampagne „Aus grau wird bunt“. Dabei wird es Künstlern möglichst einfach gemacht, die Verteilerkästen der Telekom zu verschönern. Die Reaktionen im Internet sind sehr positiv. Nutzer Rolf meint beispielsweise: „Das Projekt ist eine echt coole Sache. Das bereichert das Stadtbild.“ Und auch Marina Spillner freut sich über die Unterstützung der Telekom: „Das Unternehmen ist unser erster Ansprechpartner. Durch die schnellen und einfachen Genehmigungen wird es einfach gemacht, unsere Ideen umzusetzen.“

Aber auch mit den Stadtwerken soll noch eine Lösung gefunden werden: „Noch zieren sich die Stadtwerke ein wenig. Sie haben Angst, dass das Spray der Graffitikünstler durch die Ritzen kommen könnte und es so in der Kombination mit Starkstrom zu Komplikationen kommen könnte.“ Auch hierfür hat Spillner aber schon eine Lösung im Sinn: „Vielleicht klappt es ja, wenn wir die Kästen einfach nur anmalen.“

In Schwerin wurden die Kästen mit Blumenmustern verziert

Andere Städte haben es derweil längst vorgemacht und das Stadtbild mit bunten Kästen deutlich aufgewertet. Diese sieht Marina Spillner auch als Vorbild für Düsseldorf: „Besonders gut gefällt mir das Konzept in Schwerin. Dort sind viele Kästen mit Blumenmustern verziert worden. So ist ein tolles Gesamtbild entstanden.“

In Düsseldorf sollen für die Gestaltung der Kästen Profikünstler zum Einsatz kommen. Die sollen in Kooperation mit „Farbfieber“ ausgesucht werden. Einige Kästen sollen aber auch von Kindern und Jugendlichen aus der Stadt gestaltet werden. „Wir haben auch Kontakt zum Jugendamt und zu Jugendtreffs aufgenommen. Wir wollen eine gute Mischung aus Profis und Schülern finden“, sagt die Bezirksbürgermeisterin. Auch aus finanziellen Gründen wird es wichtig sein, eine Mischung zu finden. Die meisten Künstler wollen für ihre professionelle Arbeit bezahlt werden. Die Gestaltung des Kastens an der Steinstraße/Kreuzstraße zum Beispiel kostete immerhin 800 Euro.

 

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