Fläche sollte vor Jahren an Anlieger gehen, die Gegenseite protestierte. Stadt macht neuen Anlauf.

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Das Angebot der Anwohner, den Grünstreifen selber zu mähen, schlug die Stadt aus. Archiv

Das Angebot der Anwohner, den Grünstreifen selber zu mähen, schlug die Stadt aus. Archiv

B. Nanninga

Das Angebot der Anwohner, den Grünstreifen selber zu mähen, schlug die Stadt aus. Archiv

Düsseldorf. Bald vier Jahre ist es her, dass ein Nachbarschaftsstreit am Mühlenbroicher Weg in Rath die Gemüter erhitzte. Eine Grünanlage sollte verschwinden, damit die Anlieger einer Eigenheimzeile ihre Gärten vergrößern können. Proteste von Anwohnern und eine Unterschriftensammlung blieben ohne Erfolg, die Stadt wollte das Land verpachten. Doch dann kam das Verfahren ins Stocken.

Zu den Anliegern, die ihr Grundstück vergrößern wollten, gehören Gerhard Peters und seine Frau. Nach ihrer Darstellung ist das Verfahren in einer Sackgasse, seitdem schon vor längerem eine Familie abgesprungen ist. Die Verpachtung soll nur stattfinden, wenn die Häuserreihe geschlossen mitzieht: „Uns wurden immer wieder Steine in den Weg gelegt, einen neuen Stand gibt es nicht.“

Nachgehakt

Allerdings bestätigt die Stadt auf WZ-Anfrage, dass das Verfahren wieder in Gang gekommen ist: „Es sind wieder Gespräche mit den Pachtinteressenten geführt worden“, sagt ein Sprecher, ohne allerdings weitere Details zu nennen.

Die Geschichte zieht sich schon über Jahre und erreichte ihren Höhepunkt im Frühjahr 2010. Anwohner versuchten damals, die Verpachtung über den Beschwerdeausschuss zu verhindern, wurden aber abgewiesen. Die Sache schien damit besiegelt.

Die Anwohner erfuhren durch die WZ von der Bewegung in der Sache

Bis heute hat sich allerdings nichts getan, unklar ist auch, wieso die Stadt nun nach Jahren erneut die Initiative ergriffen hat. An die 3000 Unterschriften für den Erhalt der Fläche sind nach Angaben von Daniela Ulenberg damals gesammelt worden. Zwar seien viele Kinder im Viertel inzwischen größer und damit mobiler. Die Grünfläche werde daher weniger genutzt: „Trotzdem haben wir lieber einen kleinen Park als einen Bretterzaun direkt vor der Haustür.“

Die Stadt hatte bei der Bebauung in den 80ern den Streifen freigehalten, um später den unterirdischen Schwarzbach hier wieder freizulegen. Der Plan ist aber in der Zwischenzeit begraben worden. So wurde die Verpachtung möglich.

Ulenberg und andere Anwohner haben erst durch die WZ vom neuen Stand der Dinge erfahren. Ein Nachbar hat nach ihren Angaben angekündigt, einen Brief zu schreiben und um Informationen zu bitten. Die Geschichte hat das Viertel entzweit. Auch ein Mediationsverfahren brachte keine für alle akzeptable Lösung.

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