In einem internen Bericht legt die Stadt offen, warum noch immer keine Bahn zum Dome fährt. Jetzt will sie enteignen.

Düsseldorf. Es ist ein Trauerspiel: Die DEG kämpft immer öfter vor halbleeren Rängen um die Eishockeymeisterschaft. Und wenn der Rather Dome bei anderen Veranstaltungen mal ausverkauft ist, gibt es gleich ein veritables Verkehrschaos rund um die Halle. Ein Grund für beide Probleme: Auch dreieinhalb Jahre nach Eröffnung hat der Dome immer noch keinen Bahn-Anschluss. Dabei war stets geplant, die Linie 701 bis zum Dome zu verlängern.

Allerdings ging das zuständige Amt für Immobilienmanagement offenbar nicht mit dem nötigen Nachdruck zu Werke. Das geht aus einem internen Bericht hervor, den die Politiker nächste Woche im nicht-öffentlichen Teil des Finanzausschusses auf den Tisch bekommen. Hintergrund: Mit zwei Firmen entlang der Trasse, die dafür Flächen abgeben müssten, gibt es noch immer keine Einigung.

Noch im Herbst 2007 wurden Detailfragen geklärt

Aus zwei Gründen wurde Zeit verloren. Erstens dauerte die Vorbereitung viel zu lange: Noch im Herbst 2007 - also ein Jahr nach Eröffnung der Halle - waren die Beteiligten mit Detail-Fragen beschäftigt, die längst hätten geklärt sein sollen. Zweitens: Die zwei Firmen sind unwillig, so jedenfalls stellt es die Stadt dar.

Da ist zum einen die Arzneimittelfirma Von der Linde. Sie soll eine Teil-Fläche verkaufen und dafür Ersatz an anderer Stelle bekommen. Problem: Das Unternehmen will auf dem neuen Areal mehr Parkplätze unterbringen, als es sie auf der bisherigen Fläche gibt. Das ist laut Stadt aber nur möglich, wenn eine zusätzliche Ausfahrt eingerichtet wird. Eine solche wäre zwar über den angrenzenden Wahlerpark möglich. Dessen Betreiber verweigert aber seine Zustimmung.

Auch bei der R+V-Versicherung hakt es. Ihr gehört ein Grundstück in der Nähe des Rather Bahnhofs, das an die Securitas vermietet ist. Die wiederum hat an die SecurLog untervermietet. Diese Konstruktion macht alles schwieriger: So erklärte etwa die R+V am 22.Januar 2009, dass mit der SecurLog noch gar keine Gespräche geführt wurden, da sich die Firma im Umbruch befinde, die Rede ist von einer "Änderung auf Geschäftsleitungsebene".

Im Bericht der Stadt heißt es: "Grundsätzlich scheint die Securitas zu befürchten, dass die SecurLog die Baumaßnahme als Vorwand für eine Kündigung des Mietvertrages benutzt und ein Mietausfall und/oder Schadenersatzforderungen die Folge wären."

Vielen Politikern, die alle Grundsatzbeschlüsse schon vor langer Zeit gefasst haben, reißt langsam aber sicher der Geduldsfaden. Ihre Hoffnung ruht jetzt auf der Bezirksregierung: Die hat alle Beteiligten zu einem letzten Gespräch eingeladen, das in Kürze stattfinden soll. Das ist hoffentlich das Finale der Hängepartie: Denn sollte wieder keine Einigung gelingen, kann die Behörde die vorzeitige Besitzeinweisung verfügen. Heißt auf gut Deutsch: Enteignung.

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