Bis Mitternacht soll es Donnerstag zu Arbeitsniederlegungen kommen. Wie viele Flüge betroffen sind, ist nicht sicher.

Bis Mitternacht soll es heute zu Arbeitsniederlegungen kommen. Wie viele Flüge betroffen sind, ist nicht sicher.
Heute kein Priority Check-in: Am Düsseldorfer Flughafen wird bei der Fluggesellschaft Eurowings gestreikt, bei Germanwings ebenso.

Heute kein Priority Check-in: Am Düsseldorfer Flughafen wird bei der Fluggesellschaft Eurowings gestreikt, bei Germanwings ebenso.

dpa

Heute kein Priority Check-in: Am Düsseldorfer Flughafen wird bei der Fluggesellschaft Eurowings gestreikt, bei Germanwings ebenso.

Düsseldorf. Die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo hat ihre Mitglieder bei der Lufthansa-Tochter Eurowings Deutschland an den Flughäfen in Düsseldorf und Hamburg zum Streik aufgerufen. Donnerstag soll es bis 24 Uhr zu Arbeitsniederlegungen kommen. Gleiches gilt für die Mitglieder und Kabinenbeschäftigten der Germanwings GmbH u.a. am Standort Düsseldorf. Mit Beeinträchtigungen des Flugbetriebs muss daher auch hier gerechnet werden. Der Düsseldorfer Airport erwartet für Donnerstag insgesamt etwa 660 Starts und Landungen. Davon werden planmäßig rund 120 Flugbewegungen von Eurowings angeboten, etwa 60 von Germanwings.

Die Lufthansa-Töchter haben in der Landeshauptstadt insgesamt 18 (Eurowings) beziehungsweise acht Maschinen (Germanwings) stationiert. Allen Passagieren der beiden Airlines wird empfohlen, sich vor Reiseantritt bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren.

Bei der Germanwings seien die Tarifverhandlungen für Teilzeitregelungen der Flugbegleiter gescheitert, teilte die Gewerkschaft mit. Das habe die Tarifkommission der Ufo festgestellt. „Auf unser Forderungspaket wurde nicht eingegangen, mehrere Termine fielen ersatzlos aus und das „Angebot“ zu Teilzeiten lässt eine Entlastung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht zu. Daher bleibt uns nichts anderes übrig, als unsere Interessen im Rahmen eines Arbeitskampfes durchzusetzen“, sagte Ufo-Verhandlungsführerin Sylvia De la Cruz.

Wie viele der 400 Flugbegleiter streiken, ist noch unklar

Der Streik bei Eurowings bezieht sich nach Ufo-Angaben auf die Tarifforderungen zum Vergütungstarifvertrag, Manteltarifvertrag, zur betrieblichen Altersversorgung, zum Mitarbeiterfonds und zur Arbeitsplatzsicherung. „Wir bedauern es sehr, dass es zu dieser Eskalation kommen musste. Die Verhandlungen sind jedoch an einen Punkt gekommen, an dem es zu einem Streik keine Alternative gibt. Besonders bei unseren Gästen möchten wir uns bereits jetzt für die entstehenden Unannehmlichkeiten entschuldigen“, erklärte der Ufo-Tarif-Vorstand Nicoley Baublies.

Es ist fraglich, wie viele der derzeit rund 400 Eurowings-Flugbegleiter Ufo tatsächlich zu einem Streik bewegen kann, da auch die Konkurrenzgewerkschaft Verdi in der Belegschaft stark vertreten ist. Verdi hatte im September einen Warnstreik bei der Eurowings GmbH veranstaltet.

Allen Passagieren der beiden Airlines wird empfohlen, sich vor Reiseantritt bei ihrer Fluggesellschaft über den aktuellen Stand ihres Fluges zu informieren. Informationen beider Airlines zu Flügen und Buchungen unter eurowings.com dus.com

In den Verhandlungen bis in den Mittwochmorgen hatte die Ufo nach eigenen Angaben zuletzt eine Schlichtung nach dem Vorbild der Eurowings-Mutter Lufthansa vorgeschlagen, wo unter Leitung des Ex-SPD-Politikers Matthias Platzeck Lösungen gefunden worden waren.

Die Eurowings-Geschäftsführung habe sich kurzfristig dazu nicht in der Lage gesehen und mitgeteilt, dass sie den Vorschlag prüfen werde, berichtete die Gewerkschaft. Bis zum Nachmittag sei keine Zusage erfolgt.

Eurowings beharrte seinerseits darauf, dass man zu allen offenen Tarifthemen eine Schlichtung angeboten habe. Den Flugbegleitern habe man bei einer Laufzeit von 39 Monaten Gehaltserhöhungen von durchschnittlich sieben Prozent und eine höhere Gehaltsstruktur angeboten. Für die Streikdrohung habe man daher kein Verständnis. Personal-Geschäftsführer Jörg Beißel erklärte: „Während bei anderen Fluggesellschaften über Abbau gesprochen wird, sprechen wir über Wachstum und Tariferhöhungen in einem schwierigen Marktumfeld.“

Die Airline hat ihren Gästen kostenlose Umbuchungen und Stornierungen angeboten, falls ihr Flug betroffen sein sollte. Sicher nicht bestreikt werden die Langstreckenflüge der Marke. dpa/Red

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