Die Stadt prüft an der Dorotheenstraße die Einrichtung eines Gongs. Anderswo testet man Leuchtstreifen.

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Die Stadt prüft, am Übergang Dorotheenstraße (Höhe S-Bahnhof Flingern) einen Gong zu installieren, der vor Bahnen warnt.

Die Stadt prüft, am Übergang Dorotheenstraße (Höhe S-Bahnhof Flingern) einen Gong zu installieren, der vor Bahnen warnt.

Die Stadt prüft, am Übergang Dorotheenstraße (Höhe S-Bahnhof Flingern) einen Gong zu installieren, der vor Bahnen warnt.

Warnsysteme der Firma Probitron: Die Bodenfliese (li.) ist in Frankfurt durchgefallen, der Leuchtstreifen (re.) hat sich bewährt.

Amts-Vize Roland Hahn will Übergänge sicherer machen.

Sergej Lepke, Bild 1 von 4

Die Stadt prüft, am Übergang Dorotheenstraße (Höhe S-Bahnhof Flingern) einen Gong zu installieren, der vor Bahnen warnt.

Düsseldorf. Der Unfall eines Achtjährigen, der vor Weihnachten an der Dorotheenstraße vor eine Straßenbahn gelaufen ist und dabei verletzt wurde, beschäftigt immer noch die Verkehrsexperten der Stadt. Roland Hahn, Vize im Amt für Verkehrsmanagement, erklärte jetzt im WZ-Gespräch, er prüfe die Einrichtung eines akustischen Warnsignals an dem Übergang.

Wie die WZ berichtete, gibt es dort die Situation, dass die Ampeln an der vierspurigen Straße grünes Licht für Fußgänger zeigen können, obwohl Straßenbahnen kreuzen. Vor nahenden Zügen wird durch ein gelbes Blinklicht gewarnt.

Entscheidung für akustisches Warnsignal fällt noch im Januar

Forderungen, Fußgänger müssten konsequent rot haben, wenn eine Bahn kreuzt, weist Hahn zurück: „Wir haben uns bewusst für den gelben Doppel-Blinker entschieden, weil er am auffälligsten ist.“ Stattdessen favorisiere er die Nachrüstung eines akustischen Warnsignals: „Ein Gong, der zusätzlich ertönt, wenn das gelbe Blinklicht angezeigt wird. Das gibt es schon an vielen anderen Stellen. Die Entscheidung werden wir noch im Januar treffen.“

Die Sicherheit an Straßenbahnübergängen ist auch in anderen Städten ein Thema. In Köln etwa haben Stadt und Verkehrsbetriebe eine Untersuchung für mehr Sicherheit an Stadtbahnübergängen in Auftrag gegeben. Konkret geht es um die Wirksamkeit von Bodenwarnsystemen.

„Solche Anlagen gibt es von verschiedenen Herstellern“, erklärt Dirk Boenke von der Kölner Forschungsgesellschaft Stuva e.V., die diese Untersuchung durchführt. „Dabei geht es darum, diejenigen, die ihren Blick vor allem am Boden haben, zusätzlich zu warnen.“ Dies funktioniert etwa über LED-Leuchtstreifen im Boden, die dann aufleuchten, wenn eine Bahn sich nähert. „So etwas ist sicherlich nicht an jeder Stelle sinnvoll. Die Rahmenbedingungen müssen definiert werden“, sagt Boenke. „Und genau damit beschäftigen wir uns gerade.“

Leuchtende Bodenfliese ist bei Nässe nicht rutschfest

In anderen Städten befinden sich solche Systeme schon im Test, etwa in Karlsruhe, Halle an der Saale – und in Frankfurt am Main. Dort hat die Verkehrsgesellschaft vor zwei Jahren begonnen, zwei Varianten zu prüfen. Die leuchtende Bodenfliese mit rotem Warndreieck (Seitenlänge: 50 Zentimeter) wurde nach kurzer Zeit aber schon wieder aus dem Verkehr gezogen. „Die war bei Nässe nicht rutschfest“, erklärt Sprecher Bernd Conrads.

Der LED-Leuchtstreifen aber habe sich bewährt. „Bei einem bestimmten Sonnenstand und bei Schnee ist er zwar schwer erkennbar. Aber immerhin gab es an dieser Stelle seitdem keinen Unfall mehr. Gelbe Warnblinker gibt es in Frankfurt indes nicht. Conrads: „Bei uns sind die Ampeln an den Übergängen normalerweise aus. Wenn eine Bahn kommt, springen sie auf Doppel-Rot.“

Roland Hahn: „Ein stetiges rotes Licht wird leichter übersehen.“

Für den Düsseldorfer Amts-Vize Roland Hahn ist dies keine Alternative. Er meint: Ein stetiges rotes Licht wird leichter übersehen.“ Auch von Leuchtstreifen hält er nichts. „So etwas haben wir an der Luegallee ausprobiert. Das war nur teuer, aber hat nichts bewirkt.“ Gleichwohl sagt er zu, die Situation an der Dorotheenstraße intensiv zu prüfen. Aber: „Bei aller Tragik darf man auch eines nicht vergessen: Ursache des Unfalls war ein Regelverstoß.“

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