Zugegeben: Die Neujahrsnacht ist nicht vergleichbar mit sonstigen Wochenenden. Trotzdem hatte der Service der Rheinbahn Vorbild-Charakter: Dass die Nachtexpress-Busse im 30-Minuten-Rhythmus fuhren, anstatt nur einmal die Stunde, ist ein Modell mit Zukunft: Noch im ersten Halbjahr 2010 soll der Takt an allen Wochenenden verdichtet werden. Es ist der erste Schritt einer längst überfälligen Erweiterung des Angebotes.

Vor allem an den Werktagen hapert es. Selbst in mittelgroßen Ruhrgebietsstädten kommt man bis 1.30 Uhr problemlos aus der City in die Stadtteile, in der Landeshauptstadt ist meist schon gegen Mitternacht Schluss. Wie anno dunnemals - als hätte sich das Freizeitverhalten der Menschen nicht geändert. Hat es aber: Dass es unter jungen Düsseldorfern inzwischen üblich ist, nach der Heiligabend-Bescherung im Familienkreis noch auf die Piste zu gehen, ist nur ein Symptom. Insgesamt verlagert sich das soziale Leben junger Leute mehr und mehr in die Nacht - auch an den Werktagen. Flexible Arbeitszeiten tun ihr Übriges.

Dem müssen Rheinbahn und Stadt Rechnung tragen. Die Mehrkosten, die sich auf derselben summieren, dürften zumindest teilweise durch steigende Ticketerlöse kompensiert werden. Vor zwei Jahren wurden rund 5000 Kunden pro Wochenend-Nacht gezählt - 13 Prozent mehr als 2004. Neuere Zahlen wären hilfreich, liegen aber nicht vor. Tendenziell dürften sie aber eher höher liegen, denn hier gilt: Angebot schafft Nachfrage.

Auch ein ein nächtlicher Ticketaufpreis ist denkbar. Wer das Geld fürs Taxi spart, legt gern noch 50 Cent für den Fahrschein drauf. Freilich dürfte dies kaum praktikabel sein: Die Vernetzung mit Bussen und Bahnen anderer Verkehrsträger (DB, Regiobahn etc.) ist so dicht, dass unterschiedliche Tarife kaum vermittelbar wären. Wie auch immer die Finanzierung am Ende gelingt: Es wird Zeit, den nächsten Schritt zu tun. Stillstand ist provinziell.

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