Die Stadt stellte ihr großes Programm – die Hauptschule Benrath bekommt wohl eine Schonfrist.

Die Stadt stellte ihr großes Programm – die Hauptschule Benrath bekommt wohl eine Schonfrist.
Schüler der Hauptschule Benrath protestierten gegen die geplante Schließung – auch in der Sitzung.

Schüler der Hauptschule Benrath protestierten gegen die geplante Schließung – auch in der Sitzung.

Sergej Lepke

Schüler der Hauptschule Benrath protestierten gegen die geplante Schließung – auch in der Sitzung.

Düsseldorf. Wie zuletzt häufiger wurde auch die Sondersitzung des Schulausschusses am Donnerstag von Protesten beteiligt, die zum Teil mit vielen Emotionen vorgebracht wurden. Vor allem die Hauptschule Benrath, die geschlossen werden soll, wehrte sich gegen die anstehenden Entscheidung. Mit dem Erfolg, dass für sie ein Kompromiss in Aussicht gestellt wurde.

Die geplante Schließung der Schule, die durch eine Gesamtschule ersetzt werden soll, ist Teil eines großen Maßnahmepakets, mit dem die Stadt auf die rasant steigenden Schülerzahlen reagiert (WZ berichtete). Und die soll nicht schrittweise, sondern im Sommer komplett geschlossen, die Schüler klassenweise verteilt werden. Auch Plätze an der neuen Gesamtschule sollen ihnen offenstehen.

Dagegen protestierten am Donnerstag vor dem und im Ausschuss Schüler und Lehrer. Das gipfelte in dem bewegenden Moment, als die ehemalige Schülerin Ciwana Celebi (17) das Wort erhielt: „Wir sind alle sehr enttäuscht, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, bekam sie mit bebender Stimme heraus, bevor ihr die Tränen kamen.

Auch das Comenius-Gymnasium bleibt ein Streitfall

Heftige Kritik übten CDU und die Elternschaft (EDS), Constanze Mucha zeigte kein Verständnis dafür, dass eine so engagierte Schule abgeschafft wird. Berit Zalbertus von der EDS fragte unter Applaus: „Wieso haben Sie dann überhaupt noch eine fünfte Klasse aufgenommen?“

Schuldezernent Burkhard Hintzsche betonte, dass langfristig eben die Nachfrage nach Hauptschulplätzen sinke, nach Gesamtschulplätzen steige. In der SPD zeigte man sich auch nicht glücklich über den Plan, hielt ihn aber für alternativlos. Claudia Bednarski verwahrte sich aber gegen die „Scheinheiligkeit der CDU“. Sie hatten Jahre Zeit, etwas für den Standort zu tun. Dort lernen Schüler seit mehr als sechs Jahren in Containern.

Bis 2020 wird Platz für rund 4400 zusätzliche Schüler benötigt. Für die Grundschulen bedeutet das 23 Klassenzüge mehr, an Gymnasien und Gesamtschulen 23. Davon soll der aktuelle Ausbau elf bzw. 15 bringen. Die Realschulen kommen zunächst nicht vor.

Hintzsche sagte zu, noch einmal zu prüfen, ob die Schule nicht schrittweise auslaufen kann. Auch der Vorschlag der EDS wird geprüft, ob sie nicht in den Räumen der einstigen Realschule in der Telleringstraße untergebracht werden kann. Entschieden wurde gestern noch nichts. Alle Bezirksvertretungen sollen gehört werden, auch einige Schulkonferenzen sind offenbar noch nicht einverstanden. Am Ende soll Anfang November der Rat entscheiden.

Für Diskussionen sorgte auch noch einmal das Comenius-Gymnasium, das wie berichtet Raumsorgen und nun einen fünften Zug aufgenommen hat. Das Schuldezernat möchte nun eine Dependance einrichten, in der Comeniusstraße knapp 700 Meter von der Schule entfernt. An der Schule gibt man sich nun empört und überrascht, beklagt, dass keine baulichen Verbesserungen geplant sind. Burkhard Hintzsche stellte die Geschichte anders dar: „Über die Dependance habe ich vor den Ferien mit der Schule gesprochen. Zudem gab es dort keine Neigung, dauerhaft fünf Züge pro Jahr aufzunehmen.“

Wer Recht hat, blieb ungeklärt, man wird sich nochmal zusammensetzen.

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