Die längeren Laufzeiten der AKWs wirken sich lokal aus.

Düsseldorf. Nein, politisch bewerten möchten die Stadtwerke den "Atom-Kompromiss" mit der längeren Laufzeit für Atommeiler nicht. Kein Wunder, im Gegensatz zu vielen anderen kommunalen Stadtwerken, die den Vertrag scharf kritisiert haben, gehören die Düsseldorfer mehrheitlich EnBW, dem Konzern, der mehrere Atomkraftwerke betreibt.

"Uns interessieren vor allem die konkreten Auswirkungen auf unser geplantes Gaskraftwerk an der Lausward", sagt Stadtwerke-Sprecher Juan Cava-Marin.

Denn durch den Atombeschluss dürfte der Strom auf der Leipziger Großhandelsbörse preisgünstiger werden. Fraglich wäre dann, ob sich die Eigenproduktion von Strom im Kraftwerke überhaupt lohnt.

Cava-Marin: "Das ist aber nur ein Parameter unserer Analyse. Am wichtigsten ist sicher der Brennstoff für das Kraftwerk, also der Preis, zu dem wir Gas beziehen können." Die endgültige Entscheidung über den Bau werde wie geplant im ersten Halbjahr 2011 fallen.

Iris Bellstedt, Fraktionschefin der Grünen, kritisierte die Bundesregierung: "Die Laufzeitverlängerung stößt die Stadtwerke vor den Kopf, die massiv in den Ausbau der erneuerbaren Energien investieren wollen, da wird jetzt wohl einiges zurückgestellt."

Stadtwerke-Sprecher Cava-Marin indes sagt: "Es bleibt dabei: Bis 2020 stammen 50 Prozent unserer Stromproduktion aus erneuerbaren Energien."

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