Stadtsparkasse: Vorstand diskutiert Höhe im Verwaltungsrat. „Niemand hat einen Anspruch“, sagt Karin-Brigitte Göbel.

Der Vorstand der Stadtsparkasse (v.l.): Michael Meyer, Karin-Brigitte Göbel, Stefan Dahm. Zum 1. Oktober kommt Uwe Baust hinzu.
Der Vorstand der Stadtsparkasse (v.l.): Michael Meyer, Karin-Brigitte Göbel, Stefan Dahm. Zum 1. Oktober kommt Uwe Baust hinzu.

Der Vorstand der Stadtsparkasse (v.l.): Michael Meyer, Karin-Brigitte Göbel, Stefan Dahm. Zum 1. Oktober kommt Uwe Baust hinzu.

SSKDüsseldorf

Der Vorstand der Stadtsparkasse (v.l.): Michael Meyer, Karin-Brigitte Göbel, Stefan Dahm. Zum 1. Oktober kommt Uwe Baust hinzu.

Düsseldorf. Wie viel Geld darf, kann oder muss die Stadtsparkasse für das Geschäftsjahr 2016 an ihren Träger Stadt ausschütten? Vor zwei Wochen einigten sich Vorstand und Verwaltungsrat auf einen Kompromiss. Damit sollte ein jahrelang erbittert geführter Streit enden. Doch die Diskussion um die Höhe der Ausschüttung ist damit noch lange nicht beendet. „Darüber werden wir jetzt mit dem Verwaltungsrat sprechen“, kündigte die neue Stadtsparkassenchefin Karin-Brigitte Göbel an und stellte klar: „Die Bilanz-Aufstellung, auch die Dotierung der Rücklage sind und bleiben Sache des Vorstands.“

OB Geisel plant indes mit 26 Millionen Euro von der Stadtsparkasse; die jedoch könnte gemäß Kompromiss maximal 18,2 Millionen abführen. Wenn sie nämlich fünf Prozent des Gewinns 2016 vor Steuern (4,2 Mio.) plus die Hälfte des überplanmäßigen Gewinns (Plan: 56 Mio; Ergebnis: 84 Mio), also 14 Millionen Euro, abführte. Doch Göbel betonte, dass es hier nicht um eine Verpflichtung, sondern nur um ein „Orientierungsmodell“, eine „Diskussionsgrundlage“ geht: „Niemand hat einen Anspruch. Es ist so, dass wir über die Hälfte des Überplan-Gewinns im Verwaltungsrat diskutieren.“ Auch Vorstandskollege Stefan Dahm sagte: Es gilt kein Automatismus.“ Das betreffe ebenso die Fünf-Prozent-Regel. Dahm: „Auch das kann mal in einem Jahr für uns nicht darstellbar sein.“

Den Verdacht freilich, der Vorstand gebe ab sofort eher überhöhte Gewinnprognosen ab, um der Stadt nichts vom ungeplanten Überschuss abgeben zu müssen, wischte der Vorstand vom Tisch: „Bei der Planerstellung geht es um harte Fakten. Und was würden Sie von einem Vorstand halten, der seine Ziele regelmäßig verfehlt“, sagte Michael Meyer.

Der Sparkassen-Vorstand (bis Oktober stößt Uwe Baust von der Commerzbank dazu) will das Engagement für die Düsseldorfer Bürger indes nicht auf die Ausschüttung begrenzt sehen. So fördere die Stadtsparkasse etwa 1000 Projekte aus Kultur, Sport, Brauchtum oder Wissenschaft mit insgesamt 3,4 Millionen Euro. Dieses Jahr ist die Tour de France dabei, wobei das Kreditinstitut dafür höchstens 250 000 Euro locker machen will.

Für die vielen Kunden des lokalen Branchenprimus’ dürfte freilich wichtiger sein, dass ihr Kreditinstitut sie nicht mit weiteren Gebührenerhöhungen oder Serviceeinschränkungen ärgert. Das Filialnetz (mit Personal) wird durch Schließungen ohnehin von 64 auf 48 ausgedünnt (2015-2017), die Zahl der Anlaufstellen insgesamt jedoch steigt durch mehr SB-Standorte von 96 auf 99. Inzwischen würden mehr als die Hälfte der Girokonten online geführt, sagt Göbel, immer mehr Anliegen der Kunden könnten zudem telefonisch in der „medialen Filiale“ geklärt werden.

Strafzinsen schließlich, wie sie die EZB von den Banken längst erhebt, soll es vorerst nicht geben. Göbel: „Wir werden alles tun, unseren privaten Kunden dies zu ersparen.“

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