Die Kanalbauer werden früher fertig als geplant. Wenn sie Ende 2010 das Feld räumen, wird das Feierviertel aufgehübscht.

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Bröselt vor sich hin: Straßenbelag in der Mertensgasse.

Bröselt vor sich hin: Straßenbelag in der Mertensgasse.

Wie hier an der Ecke Bolker-/Hunsrückenstraße werden Löcher im Pflaster nur noch mit Asphalt aufgefüllt. (Fotos (2): Schaller)

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Bröselt vor sich hin: Straßenbelag in der Mertensgasse.

Düsseldorf. Die Altstadt ist stellenweise nicht nur ein heißes Pflaster, sondern auch ein schäbiges. Zumindest, was die Qualität des Bodenbelags angeht.

Der hat schon bessere Zeiten gesehen - und die sind ziemlich weit weg. Rund 40 Jahre ist es her, dass die Altstadt zur Fußgängerzone umgestaltet wurde. An manchen Stellen liegt noch das so genannte Betonverbundsteinpflaster, das seinerzeit verwendet wurde.

Das rot-braune Classico-Pflaster im Bereich rund um das Carsch-Haus - es wurde erst vor rund 25 Jahren verlegt - sieht leider kaum besser aus. Die Kanalbauer haben ihm den ästhetischen Rest gegeben. Schwarze Asphaltflecken zeugen von den jüngst zugestopften Baugruben.

Stadt will ihre Planung im ersten Halbjahr 2010 vorlegen

"Das sieht alles nicht mehr gut aus, es muss etwas getan werden", sagt Dirk Schaper, Vorsitzender der Altstadtgemeinschaft. Das weiß auch die Stadt. Mitarbeiter des Planungsamtes haben bereits ein Konzept erarbeitet. "Die Straßen werden eine zeitgemäßere Gestaltung bekommen", sagt Amtsleiter Richard Erben.

Deshalb würden die Stellen, wo die Kanalbauer ihre Arbeiten abgeschlossen haben, auch nicht mehr neu gepflastert, sondern nur asphaltiert. "Das würde sich einfach nicht mehr lohnen." Erben verspricht: "Die Altstadt wird durch die Umgestaltung gewinnen."

Ausgenommen würden nur die Bereiche mit historischem Pflaster, "das wollen wir erhalten". Ansonsten will er keine Details verraten, denn: "Wir sind noch in der verwaltungsinternen Abstimmung". Man werde die Pläne wohl im ersten Halbjahr 2010 vorlegen.

Bezirksvorsteherin Sabine Schmidt (CDU) reicht das nicht. Ihre Partei werde in einer der nächsten Sitzungen des Stadtteilparlaments einen Antrag auf die Tagesordnung bringen. Ziel: "Die Verwaltung soll uns die Pläne schnellstmöglich vorstellen - es ist dringend. Spätestens Anfang nächsten Jahres sollten wir zu Potte kommen."

Bezirksvorsteherin fordert Bänke und neue Grüngestaltung

In der Tat sollte sich die Stadt nicht mehr allzu viel Zeit lassen. Denn die Sanierung der Abwasserkanäle wird im Kern der Altstadt schneller als geplant fertig sein. Ursprünglich war 2011 avisiert. "Nach jetzigem Stand der Dinge werden wir schon Ende 2010 durch sein", sagt Ralph Maass, Projektleiter beim Stadtentwässerungsbetrieb.

Unklar ist indes, wie weitreichend die Umgestaltung in der Altstadt sein wird. Schaper plädiert für einen großen Wurf: "Es sollten auch die angrenzenden Bereiche einbezogen werden, bis hin zu Kö und Schadowstraße." Er denkt etwa an ein farbliches Leitsystem im Trottoir, das Auswärtigen die Orientierung erleichtern könnte. Doch Erben winkt ab: "Wir konzentrieren uns auf die Altstadt."

Sabine Schmidt fordert, auch Straßenmöblierung und Grüngestaltung zu überdenken. "Vor allem ältere Menschen wünschen sich mehr Sitzbänke." Zudem könne man vielleicht auch die Hochbeete an den Straßenbäumen entfernen, auch die Wegweisung sei optimierbar. Zusagen mag Erben nicht machen, er räumt aber ein: "Das könnte durchaus ein Thema sein."

Für die Kanalbauer gilt derweil: Nach der Baustelle ist vor der Baustelle. Wenn die Kanäle im Kernbereich der Altstadt fertig saniert sind, geht es 2011 an anderer Stelle weiter - in der nördlichen Altstadt und in der Carlstadt.

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