Mit ihrer Führung „Still loving Garath“ wagt Alexandra Wehrmann ein Experiment.

Mit ihrer Führung „Still loving Garath“ wagt Alexandra Wehrmann ein Experiment.
Hinter diesen tristen Fassaden spürt Alexandra Wehrmann ganz besondere Menschen auf.

Hinter diesen tristen Fassaden spürt Alexandra Wehrmann ganz besondere Menschen auf.

AW

Hinter diesen tristen Fassaden spürt Alexandra Wehrmann ganz besondere Menschen auf.

Düsseldorf. Bloggerin Alexandra Wehrmann liebt ihre Stadt. Aber am meisten reizt es sie, Seiten der Stadt zu zeigen, die selbst Ur-Düsseldorfern verborgen bleiben. Und vor allem die Typen, die man dort entdecken kann. ,Die Ausflüge von „Theycallitkleinparis“ nach Oberbilk und an den Worringer Platz waren ein Riesenerfolg. Nun hat die alternative Stadtführerin sich entschlossen, auch die Peripherie zu erobern. Am 29. Oktober findet ihre erste Veranstaltung „Still loving Garath“ statt.

Warum gerade Garath? „Weil es ein Stadtteil mit einem ramponierten Image ist, in dem 18 Prozent der Stimmen an die AfD gingen. Und eine Gegend, die niemand kennt, weil es kaum einen Grund gibt, dorthin zu fahren“, sagt Alexandra Wehrmann. „All das, was in den innenstädtischen Quartieren selbstverständlich ist, fehlt im Düsseldorfer Süden. Wenn man an Garath denkt, dann denkt man an Armut, Neonazis, Hochhausschluchten.“

„Ditausgarath“ – der Mann mit den vielen Begabungen

Im Laufe der Recherche habe sie festgestellt, dass es sehr schwierig ist, den Stadtteil zu erschließen: „Die Menschen, die dort leben, sind misstrauisch. Trotzdem ist es mir unter anderem über ein Ehepaar, das sehr lange in Garath gewohnt hat, gelungen, Kontakte zu bekommen, Geschichten zu finden, die ich erzählen möchte. Und Orte, die ich zeigen will.“

Einer davon ist Ditausgarath, der im wahren Leben Dieter Nowatius heißt, 44 Jahre alt und Ur-Garather ist. Er ist ein Mann der vielen Begabungen, hat in Punk-Bands gesungen, schreibt Lyrik und Texte, tritt auch als Puppenspieler oder Comedian auf („Nur leider nicht in meiner Heimat“) und hat mit „Blinnekou“ gerade ein Hörspiel geschrieben.

Er weiß, dass Garath ein hartes Pflaster ist. Schon als Kind hat er beim Gripschen erleben müssen, dass man seine Laterne zerstörte und ihm die Süßigkeiten abnahm. Der Stadtteil sei bis heute von Gewalt geprägt: „Viele meiner ehemaligen Mitschüler wohnen nicht mehr hier.“

Aber Alexandra Wehrmann wird auch charmante Seiten des Trabanten-Stadtteils vorführen. „Leider kommen alle, die sich bisher angemeldet haben, nicht aus Garath. Irgendwie auch bezeichnend, aber vielleicht ändert sich das ja noch.“ Der Rundgang beginnt am 29. Oktober um 12 Uhr. Die Teilnahme kostet zehn Euro. Anmeldung unter salut@theycallitkleinparis.de

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