Streit um Zahl der Exponate: CDU-Politiker spricht von 1000 Stücken.

Streit um Zahl der Exponate: CDU-Politiker spricht von 1000 Stücken.
Cellist Thomas Beckmann in seiner Wohnung im ehemaligen Schumann-Haus. Er wohnt dort seit 28 Jahren.

Cellist Thomas Beckmann in seiner Wohnung im ehemaligen Schumann-Haus. Er wohnt dort seit 28 Jahren.

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Cellist Thomas Beckmann in seiner Wohnung im ehemaligen Schumann-Haus. Er wohnt dort seit 28 Jahren.

Düsseldorf. Ganz lässig und vor allem unwidersprochen hatte Cellist Thomas Beckmann zuletzt den kulturellen Nutzen eines Robert-Schumann-Hauses an der Bilker Straße 15 abgetan: „Viel mehr als ein Dutzend Exponate gibt es dafür gar nicht“, sagte Beckmann nach der Sitzung des Kulturausschusses gegenüber der WZ. Der unausgesprochene Subtext lautete: Für ein dermaßen läppisches Angebot soll die Stadt mehrere Millionen Euro in den kompletten Umbau des Hauses stecken? Und soll ich aus meiner Wohnung fliegen?

Im Haupt- und Finanzausschuss warf sich zunächst CDU-Bürgermeister Friedrich Conzen (er war im Kulturausschuss verhindert) vehement für das Bauprojekt ins Zeug: „Es ist schon merkwürdig, was Beckmann da erzählt. Tatsächlich gibt es viel Material für ein Schumann-Museum, sicher 1000 Exponate.“ Zugleich lobte Conzen OB Geisel und Kulturdezernent Lohe, dass sie unbeirrt am Schumann-Haus festhielten, Geisel versprach: „Wir machen so schnell es geht.“

Geisel: Wir sanieren das Haus nicht für Herrn Beckmann

Anschließend warb dann auch die Stadt per Pressemitteilung offensiv und konkret für Umbau und Umnutzung des Hauses. Die selten und nur punktuell präsentierte Schumann-Sammlung im Besitz des Heinrich-Heine-Instituts sei bedeutsam für die Musikgeschichte und umfasse mehr als 1000 Objekte und Konvolute, darunter viele Handschriften (Briefe von und an Clara und Robert Schumann), originale Musikhandschriften, persönliche Erinnerungsstücke (etwa der Siegelring von Robert oder eine Brosche von Clara Schumann) sowie wertvolle Porträts.

Die Sammlung des Heinrich-Heine-Instituts zähle zu den bedeutendsten weltweit, ließ Kulturdezernent Lohe mitteilen, und: „Ziel wäre es, die Sammlung an historischer Stätte im ehemaligen Wohnhaus der Schumanns zu präsentieren – neben original Einrichtungsgegenständen des 19. Jahrhunderts und einer multimedialen Präsentation des Schaffens des Komponisten.“ Leipzig habe mit dem Mendelssohn-Haus gezeigt, dass solche Konzepte großen Anklang finden.

Doch für die Sanierung des Hauses müsste der Mieter Beckmann ausziehen, das sagt jedenfalls die Stadt. Der Cellist aber weigert sich. Abzuwarten bleibt, ob die Stadt ihn nun juristisch zum Auszug zwingen kann. Falls nicht, platzt der Umbau: „Wir sanieren das Haus nicht für Herrn Beckmann“, sagte OB Geisel dem „Express“.

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