Konzept ist Reaktion auf Auflagen. Mehrere Schulen schließen oder werden Dependance.

Die Alfred-Herrhausen-Förderschule – hier ein Archivfoto – ist wegen ihrer Größe nicht betroffen.
Die Alfred-Herrhausen-Förderschule – hier ein Archivfoto – ist wegen ihrer Größe nicht betroffen.

Die Alfred-Herrhausen-Förderschule – hier ein Archivfoto – ist wegen ihrer Größe nicht betroffen.

Judith Michaelis

Die Alfred-Herrhausen-Förderschule – hier ein Archivfoto – ist wegen ihrer Größe nicht betroffen.

Düsseldorf. Schon lange ist klar, dass sich die Förderschullandschaft in Düsseldorf verändern wird. Das Land hat Mindestgrößen für diese Schulen vorgegeben, die einige Standorte in Düsseldorf nicht erreichen. Deshalb hat die Stadt nun einen Plan ausgearbeitet, der auch Schließungen vorsieht. Heute soll das Papier im Schulausschuss präsentiert werden.

Einiges lässt sich aber jetzt schon sagen: Dass etwa die Janusz-Korczak-Schule in Mörsenbroich auslaufen soll, ist keine Überraschung, das steht bereits im Schulentwicklungsplan. Im Papier sind aber nach WZ-Informationen noch drei weitere Schulen genannt, deren Fortdauer zeitlich befristet ist.

Da ist die Erich-Kästner-Schule in Flingern, deren Ende sich ebenfalls schon andeutete. Sie wird als künftige Dependance der neuen Gesamtschule am Hermannplatz genannt. Für die Astrid-Lindgren-Schule in Holthausen gibt es wohl ähnliche Überlegungen: An ihrem Standort ist der Platz eng, weil sie sich ihn mit der Adolf-Klarenbach-Grundschule teilt. Schließlich ist es die Schule im Erfurter Weg in Vennhausen, welche die Schulverwaltung als Auslaufmodell sieht.

Teilstandorte werden ihren Namen und die Schulleitung verlieren

Veränderungen kommen aber auf weitere Schulen zu, mehrere haben wohl nur als Teilstandort eine Zukunft, etwa die Peter-Härtling-Schule in Vennhausen oder die Jan-Daniel-Georgens-Schule in Oberbilk. Das bedeutet konkret: Die Schulen verlieren ihre Eigenständigkeit, damit wohl auch ihre Schulleitung und den Namen.

Zum Hintergrund: Die Förderschulen haben sich auf Kinder mit ganz unterschiedlichen Handicaps oder Lernhemmnissen spezialisiert. In den Vorgaben vom Land gelten für die unterschiedlichen Ausrichtungen auch unterschiedliche Mindestgrößen. Am stärksten betrifft das Schulen mit dem so genannten Förderschwerpunkt „Lernen“, wo die Mindestgröße vom Land auf 144 Schüler festgelegt worden ist. Lediglich die Jan-Wellem-Schule in Pempelfort und die Alfred-Herrhausen-Schule in Garath überschreiten diese Zahl (siehe Kasten).

Es ist kein Zufall, dass die Schulen mit Förderschwerpunkt Lernen im Fokus stehen. Kinder mit solchen Problemen werden jetzt im Zuge der Inklusion öfter auf Regelschulen geschickt, bei den Förderschulen sinken die Schülerzahlen. Auf den Schulen für Kinder mit geistiger Behinderung ist der Effekt weniger spürbar. An diesen Schulen ändert sich in Düsseldorf zunächst nichts.

Die Veränderungen werden nicht nur Auswirkungen auf Schüler haben, sondern auch auf Lehrer. In den vergangenen Monaten sind Gespräche geführt worden, viele Kollegen müssen sich nun entscheiden, wo sie ihre Zukunft sehen. Wer künftig an einem Teilstandort arbeitet, wird offiziell einer anderen Schule zugeordnet. Eine Alternative könnte sein, an eine Schule zu wechseln, die Inklusion anbietet.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer