Der frühere Kunstberater Helge Achenbach macht sich Hoffnungen auf eine vorzeitige Haftentlassung noch vor Weihnachten. Doch die Staatsanwaltschaft Essen will nicht mitziehen.

Helge Achenbach
Der frühere Kunstberater Helge Achenbach macht sich Hoffnungen auf eine vorzeitige Haftentlassung noch vor Weihnachten. Doch die Staatsanwaltschaft Essen will nicht mitziehen. (Archivfoto)

Der frühere Kunstberater Helge Achenbach macht sich Hoffnungen auf eine vorzeitige Haftentlassung noch vor Weihnachten. Doch die Staatsanwaltschaft Essen will nicht mitziehen. (Archivfoto)

dpa

Der frühere Kunstberater Helge Achenbach macht sich Hoffnungen auf eine vorzeitige Haftentlassung noch vor Weihnachten. Doch die Staatsanwaltschaft Essen will nicht mitziehen. (Archivfoto)

Essen.  Die Staatsanwaltschaft Essen hat Beschwerde gegen eine vorzeitige Haftentlassung des einstigen Kunstberaters Helge Achenbach eingelegt. Das Landgericht Kleve hatte vergangene Woche den Beschluss gefasst, den 65-Jährigen Anfang Dezember auf Bewährung freizulassen. Der Beschluss war aber nicht rechtskräftig. «Wir haben erst einmal Beschwerde eingelegt, um die Frist zu wahren», sagte am Montag die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Anette Milk. Die inhaltliche Begründung werde nachgeliefert. Die «Bild»-Zeitung hatte zuerst berichtet.

Achenbach hatte einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zum 8. Dezember gestellt. Er war 2015 wegen Millionen-Betrugs an reichen Kunden zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden, saß aber schon seit 2014 in Untersuchungshaft. Laut Urteil hatte Achenbach den inzwischen verstorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht bei Kunst- und Oldtimerkäufen um rund 20 Millionen Euro geprellt.

Das Oberlandesgericht in Düsseldorf kann allerdings noch für eine vorzeitige Entlassung sorgen. Der von Achenbach angestrebte Termin Anfang Dezember sei dann aber voraussichtlich nicht mehr erreichbar, hieß es in Essen.

Aus Sicht des Gerichts in Kleve war unter anderem das überdurchschnittliche soziale Engagement, das Achenbach auch in den nächsten Jahren fortsetzen wolle, «trotz seines fortgeschrittenen Alters und seiner körperlichen Beeinträchtigung» ausschlaggebend. Der Ex-Kunstberater sitzt seit mehr als einem Jahr im offenen Vollzug und arbeitet bei der Diakonie Düsseldorf. Er hatte einst Sozialpädagogik studiert, bevor er Karriere als Kunstberater machte.

Nach Gerichtsangaben hatte Achenbach schon im Juni einen Antrag auf eine noch frühere Entlassung gestellt. Der Vorstoß war damals noch unter Verweis auf den «enorm hohen Schaden» und den Vertrauensmissbrauch abgelehnt worden. Mittlerweile hätten besondere Umstände an Gewicht gewonnen: Neben dem sozialen Engagement zähle, dass Achenbach nicht vorbestraft war, gestanden hatte und zum ersten Mal in Haft ist. (dpa)

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