40-Jähriger soll seine Freundin in die Tiefe gestoßen haben. Das Urteil wird erst in der nächsten Woche verkündet.

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Hohe Wellen geschlagen hatte der Prozess um den dramatischen Fenstersturz an der Rethelstraße. Nicht zuletzt weil der Vorsitzende Richter Rainer Drees den Tatort mit Lego-Steinen nachgebaut hatte. Gestern forderte der Staatsanwalt eine lange Haftstrafe für den Angeklagten. Der 40-Jährige soll elf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

Er sieht es als erwiesen an, dass der mutmaß´liche Drogendealer seine 25-jährige Freundin aus dem zweiten Stock des Mehrfamilienhauses gestoßen hat. Die Frau war mehr als sechs Meter tief gestürzt und dann schwer verletzt in einem Kiesbett gelandet.

Verurteilt werden soll der Mann auch wegen Drogenhandels

Allerdings wertete der Ankläger die Tat nicht als versuchten Mord, sondern als versuchten Totschlag. Verurteilt werden soll der 40-Jährige außerdem wegen schwerer Körperverletzung und gewerbsmäßigem Handel mit Betäubungsmitteln. Die Staatsanwaltschaft fordert eine Gesamtstrafe von elf Jahren und sechs Monaten.

Völlig ungewiss ist allerdings, zu welchem Urteil die Kammer in der nächsten Woche kommen wird. Rainer Drees hatte bereits angedeutet, dass es bis dahin erheblichen Beratungsbedarf gibt. Denn die Aussagen des mutmaßlichen Opfers erschienen dem Gericht nicht in allen Details glaubwürdig.

Auch ein technischer Gutachter hatte an dem Lego-Modell deutlich gemacht, dass die 25-Jährige möglicherweise auch selbst aus dem Fenster gesprungen ist. Sie soll dem Angeklagten in der Vergangenheit schon mehrfach Geld gestohlen haben. Am Tattag hatte sie angeblich weitere 1800 Euro eingesteckt.

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