Die Familie Lindner engagiert sich beim DSC 98 seit Jahrzehnten für diese Sportart.

Düsseldorf. Es gibt Wetten, die würde ein Buchmacher nie annehmen, weil sie nicht zu gewinnen sind. Dazu dürfte gehören, dass ein männlicher Nachkomme der Familie Lindner niemals in seinem Leben einen Wasserball beim DSC 98 in der Hand halten wird. Denn seit drei Generationen sind die Lindners aus ihrem Sport nicht wegzudenken. Aktuell geht mit dem 19-jährigen Jonas Lindner ein ehemaliger Jugendnationalspieler für den DSC 98 auf Punktejagd in der 2. Bundesliga.

Begonnen hat alles 1943. Als Otto Lindner senior 14 Jahre alt wurde, zog seine Mutter mit ihm nach Flingern: „Und um die Ecke war das Schwimmbad, da bin ich dann immer hin gegangen.“ Bis in die Oberliga, damals die höchste Spielklasse, schaffte es Otto Lindner 1958, während seines Architekturstudiums in Frankfurt. Doch dann kam das Schwimmergen erst so richtig in die Familie. Otto heiratete seine Frau Gerda und die war im Wasser ein richtiges Ass. Mit den sogenannten „Düsseldorfer Puten“ holte sie Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre 15 Deutsche Meistertitel. „Damals haben wir eigentlich im Schwimmbad geschlafen“, sagt Otto Lindner.

Fünf Söhne kamen auf die Welt. „Ich glaube, die konnten eher schwimmen als laufen.“ Schon bald tauschten Jörg, Dirk, Otto, Frank und Mark das Becken mit ihrem Vater, der in den Klubvorstand wechselte. Die deutsche Vizemeisterschaft 1995 war dann der größte Erfolg der DSC-Wasserballer.

Inzwischen hatte Dirk Lindner den Vorsitz von seinem Bruder Jörg übernommen, und seit 2002 werden neue Wege beschritten. Die Söhne von Dirk und seinen Brüdern waren inzwischen auch im Wasser gelandet. Man entschloss sich, die Wasserballausbildung der Kinder zu intensivieren. „Es gibt in Deutschland wohl kaum einen Verein, der sich so um die Jugendlichen und deren Ausbildung kümmert wie wir“, sagt Dirk Lindner. Auch viele Kinder mit Migrationshintergrund finden den Weg ins Allwetterbad.

An Weihnachten trifft sich die ganze Familie Lindner im eigenen Hotel in Crans-Montana in der Schweiz, und man kann drauf wetten, dass Wasserball eines der Themen über die Feiertage sein wird.

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