Zweitliga-Rekord-Trainer Benno Möhlmann hat trotz des Aderlasses beim FSV Frankfurt hohe Ziele.

Mathew Leckie ist einer der Leistungsträger des FSV.
Mathew Leckie ist einer der Leistungsträger des FSV.

Mathew Leckie ist einer der Leistungsträger des FSV.

dpa

Mathew Leckie ist einer der Leistungsträger des FSV.

Düsseldorf. Mit einer Niederlage im Gepäck reist der FSV Frankfurt zum Spiel bei Fortuna Düsseldorf.

Nun ist dies für das „Mauerblümchen“ der zweiten Liga zwar sicherlich nicht völlig ungewöhnlich, aber über die Pleite am Mittwoch war Trainer Benno Möhlmann dann doch mächtig sauer.

„Wir haben heute zu Beginn keine richtige Einstellung gehabt, kein Tempo und sind nicht wach gewesen. Als es besser wurde, war es zu spät“, sagte der 59-Jährige nach dem 0:2 im DFB-Pokal gegen den FC Ingolstadt.

Gegen jenen Gegner also, der drei Tage zuvor im Ligaspiel noch mit 4:1 vom Bornheimer Hang gefegt worden war. Verpasst wurde die große Chance, nach langen 31 Jahren endlich mal wieder das Achtelfinale zu erreichen.

Weil die Spieler sich nach dem deutlichen Sieg vom vergangenen Sonntag ihrer Sache wohl zu sicher waren. „Dabei habe ich gewarnt, dass die Ingolstädter dieses Mal ganz anders auftreten werden“, sagte Möhlmann sichtlich bedient.

Der Etat der Frankfurter zählt zu den kleinsten der Liga

2011 wechselte Mathew Leckie von Adelaide nach Mönchengladbach. Dort konnte sich der Australier nicht durchsetzen. 2012 wurde er zunächst an den FSV Frankfurt ausgeliehen, der ihn dann zu dieser Saison fest verpflicht hat. Vertrauen, das Leckie nun zurückzahlt. Beim Ligaspiel gegen den FC Ingolstadt traf er beim 4:1 zweimal und legte zwei Treffer auf.

Damit sind dem FSV Frankfurt rund 400 000 Euro entgangen, die der Einzug in die Runde der letzten 16 gebracht hätte. Geld, das der deutsche Vizemeister von 1925 gut hätte gebrauchen können.

Denn im Schatten der mächtigen Eintracht haben es die Blau-Schwarzen schwer. Eine mit nur rund 3000 Stammbesuchern fehlende Zuschauerstruktur und wenige Sponsoren lassen gerade mal einen Saison-Etat von rund fünf Millionen Euro zu, der zu den kleinsten der 2. Liga gehört.

Umso erstaunlicher ist, was im Osten der Mainmetropole seit 2006 entstanden ist. Aus der Oberliga Hessen, stieg der Club in die Regionalliga Süd auf und marschierte dort gleich in die 2. Liga durch. Seit 2008 gehören die Bornheimer zu den 36 besten Vereinen in Deutschland, auch wenn es meist nur gegen den Abstieg ging.

Um den auch 2012 wieder zu verhindern, wurde im Winter 2011 Benno Möhlmann geholt. Der erfüllte die Mission und schaffte in der vergangenen Saison ein Husarenstück. Als Vierter verpasste der FSV knapp die Relegation um den Bundesliga-Aufstieg.

Natürlich weiß Möhlmann, dass die Wiederholung einer solchen Saison oder gar mehr unter den vorherrschenden Bedingungen kaum wiederholbar ist. Dennoch sind die Ansprüche im sechsten Jahr Zweitklassigkeit durch den Erfolg gestiegen.

Und so sagt Möhlmann trotz der Abgänge von Leistungsträgern wie Gledson, Marcel Gaus (Kaiserslautern), Yannick Stark (1860) und John Verhoek (St. Pauli): „Wir sollten die Substanz haben, uns im einstelligen Bereich anzusiedeln.“

Der Trainer sitzt zum 443. Mal in der 2. Liga auf der Trainerbank

Der Zweitliga-Rekordtrainer, der in Düsseldorf zum 443. Mal im Unterhaus auf der Bank sitzen wird, glaubt, mit Denis Epstein (Atromitos Athen), Mathew Leckie (Gladbach), Chhunly Pagenburg (Trier) sowie Markus Ziereis (1860) die Abgänge kompensiert zu haben. „In dieser ausgeglichenen Liga ist vieles möglich. Wir müssen uns daher vor keinem Gegner verstecken.“

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