Mit dem 24:22-Erfolg begeistern die Vikings 1252 Zuschauer im Castello. Kapitän Johnen erhält ein besonderes Trainerlob.

Handball
Am Ende hat Vikings-Trainer Ceven Klatt die richtige Taktik parat, um den Favoriten zu bezwingen.

Am Ende hat Vikings-Trainer Ceven Klatt die richtige Taktik parat, um den Favoriten zu bezwingen.

Horstmüller

Am Ende hat Vikings-Trainer Ceven Klatt die richtige Taktik parat, um den Favoriten zu bezwingen.

Keine Angst vor großen Namen heißt derzeit das Motto bei den Zweitliga-Handballern des HC Rhein Vikings. So war es dann auch keine ganz so große Überraschung, dass sich die Mannschaft von Ceven Klatt gegen den eigentlich favorisierten TV Emsdetten am Samstag mit 24:22 (12:12) in eigener Halle durchsetzen konnte. Neben dem erkämpften Coup gab es auch eine Zuschauerzahl, die erstmals im vierstelligen Bereich lag und eine gut angenommene „School meets Handball“-Aktion im stimmungsvollen Castello ermöglichte.

„Ich finde es toll, dass in der Region Düsseldorf wieder ambitionierter Handball entsteht. Das ist ganz wichtig für den Handball im Westen Deutschlands“, sagte Emsdettens Trainer Daniel Kubes. Für ihn ging der Sieg des Aufsteigers in Ordnung: „Die Vikings haben verdient gewonnen, wir haben in der Schlussphase leider den Kopf verloren.“

„Wir sind sehr glücklich. Die Mannschaft hat heute einmal mehr in der Abwehr sehr gut gearbeitet und ein richtig starkes Rückzugsverhalten an den Tag gelegt“, sagte der Vikings-Trainer. „Ich muss meinen Jungs für dieses kräftezehrende Spiel mit nur kleinem Kader ein großes Kompliment machen.“ Ein Sonderlob von Klatt erhielten diesmal Felix Handschke, Christian Hoße und Niklas Weis.

Dabei waren die personellen Voraussetzungen vor der schwierigen Aufgabe erneut nicht optimal: Schließlich gesellte sich zu den ohnehin langzeitverletzten Daniel Pankofer und Alexander Oelze nach dem Abschlusstraining am Freitag auch noch Kreisläufer Teo Coric, der aufgrund einer Fußverletzung ausfiel. Dafür feierte Kapitän Bennet Johnen seine Startsieben-Premiere. Und zwar eine bärenstarke. „Bennet hat heute vorne wie hinten eine richtig gute Leistung gezeigt“, sagte Klatt.

Die Vikings erwischten zumindest offensiv keinen guten Start. Nach vier Fehlwürfen und einem technischen Fehler stand es bis zur achten Spielminute 0:2. Erst Felix Handschke brach den Bann und erzielte das 1:2. Ein Doppelschlag von Christian Hoße besorgte nach zehn Minuten den ersten Ausgleich zum 3:3. Bis zur 21. Minute blieb es beim 9:9 und einem ausgeglichenen Spiel. Wenig später hieß es plötzlich 9:12. Doch davon ließ sich das Klatt-Team nicht beirren. Niklas Weis und Heider Thomas per Doppelschlag schafften bis zur Pause nach sechs Minuten ohne Gegentor wieder ein Remis – 12:12.

Taktische Finesse entscheidet das Spiel zugunsten der Vikings

Nach dem Wechsel wogte die Begegnung bis hin und her, in der 45. Minute hieß es 17:17. Es waren die Emsdettener, die vier Minuten später erstmals seit längerem wieder mit zwei Toren (19:17) in Führung gehen konnten. Nun stellte Vikings-Trainer Klatt von der gewohnten 6:0-Defensive auf eine etwas offensivere Abwehrformation inklusive Manndeckung von Merten Krings um. Und diese Änderung sollte Früchte tragen, denn nach Toren von Dennis Aust und zwei Mal Kapitän Johnen lagen die Hausherren unter lautstarkem Jubel der Zuschauer vier Minuten vor Schluss erstmals wieder in Führung – 21:20. „Wir haben uns diese Option in der Abwehr bewusst bis in die Schlussphase hinein aufgehoben, um Emsdetten so noch einmal vor eine neue Aufgabe zu stellen. Das hat funktioniert“, erklärte Klatt, der dann noch einen weiteren Doppelschlag zum 23:20 bejubeln konnte.

Vikings: Bozic (12/1 Paraden), Moldrup (Tor) - Hoße (3/1), Handschke (5), Bahn, Thomas (3), Klasmann (1), Weis (5), Gipperich, Kozlina, Aust (2), Artmann, Johnen (5)

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