Düsseldorfs Tischtennis-Star ist bei den Deutschen Meisterschaften hoher Favorit.

Timo Boll will am Sonntag nicht nur seinen 28. Geburtstag, sondern auch den neunten Titel feiern.
Timo Boll will am Sonntag nicht nur seinen 28. Geburtstag, sondern auch den neunten Titel feiern.

Timo Boll will am Sonntag nicht nur seinen 28. Geburtstag, sondern auch den neunten Titel feiern.

Timo Boll will am Sonntag nicht nur seinen 28. Geburtstag, sondern auch den neunten Titel feiern.

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Timo Boll will am Sonntag nicht nur seinen 28. Geburtstag, sondern auch den neunten Titel feiern.

Düsseldorf. Acht deutsche Meistertitel im Tischtennis sind nicht genug. Der Düsseldorfer Timo Boll tritt bei den nationalen Titelkämpfen in Bielefeld an und ist haushoher Favorit. Boll will am Sonntag nicht nur seinen 28. Geburtstag, sondern auch den neunten Titel feiern.

Herr Boll, die Tischtennis-Profis jammern wegen der vielen Termine, und Sie starten bei den Deutschen Meisterschaften, einem international vergleichsweise unbedeutenden Turnier. Warum?

Timo Boll: Wieso sollte ich nicht mitspielen? Es gibt nicht so viele große Turniere in Deutschland, bei denen ich mich den Zuschauern zeigen kann. Im Moment halte ich mich im Training etwas zurück und probiere in Wettkämpfen einiges aus. Bei der Meisterschaft ist da sicher Gelegenheit, weil ich nicht in jedem Spiel an die Grenze gehen muss.

Alle erwarten den Titelgewinn. Sie können nur verlieren.

Boll: Kritik gibt es immer, wenn ich verliere. Das lasse ich aber nicht an mich heran. Und ich sehe das auch nicht so. Ein Deutscher Meistertitel hat absolut noch einen Wert für mich.

Timo Boll bleibt in der Weltrangliste trotz seines Pro-Tour-Sieges in Katar als bester Europäer auf Platz vier. Dank dieses Erfolges ist er aber dichter an Ma Lin herangerückt. Der Olympiasieger liegt im März hinter seinen chinesischen Teamgefährten Wang Hao und Ma Long.

Auf jeden Fall ist der Sonntag Ihr Geburtstag.

Boll: Vielleicht gibt es schönere Vorstellungen, als am Geburtstag in der Halle zu stehen. Aber ich habe meinen ersten Meistertitel an einem 8. März geholt. Wollen wir hoffen, dass es wieder klappt.

Ihre Bescheidenheit zeichnet Sie aus, aber für Vermarktungs-Experten sind Sie zu zurückhaltend. Wie stehen Sie zu der Kritik?

Boll: Ich bekomme andere Rückmeldungen und muss für keinen den Hampelmann machen. Lieber schlage ich einen Weg ein, mit dem ich gut leben kann. Skandale brauche ich nicht, auch wenn man damit sicher schneller auf die Titelseite bestimmter Medien kommt. Aber den Stress möchte ich mir nicht antun.

Hat sich der Gewinn der olympischen Silbermedaille ausgezahlt?

Boll: Natürlich ist die Popularität gewachsen. Was Partner und Sponsoren angeht, hatte mein Management aber schon zuvor gute Arbeit geleistet. Deshalb konnte sich nicht viel verändern. Außer dass ich seitdem in wirklich guter Form bin.

Und das nächste große Ziel sind die Weltmeisterschaften?

Boll: Ich habe mir in früheren Jahren immer feste Ziele gesetzt. So gehe ich jetzt nicht mehr heran. Ich hoffe, dass ich meine gute Form bis in den April halten kann, dann habe ich die Grundvoraussetzung für ein gutes Abschneiden gelegt.

Ihr Körper darf Sie auch nicht im Stich lassen.

Boll: Mit dem Rücken habe ich schon länger keine Probleme mehr, und nach der Knieverletzung Anfang 2008 bin ich beschwerdefrei. Die guten Resultate zuletzt waren der beste Beweis.

Wie nah sind Sie den chinesischen Top-Spielern?

Boll: Der Abstand ist nicht riesig. Wenn ich gut spiele, kann ich jeden schlagen. Wenn ich nur 95 Prozent bringe, verliere ich. Aber die Chinesen haben den Vorteil, drei bis vier starke Spieler auf hohem Niveau zu haben. Mindestens einer von denen ist immer in überragender Form.

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