Borussia geht nach dem 3:2 im Hinspiel zuversichtlich ins zweite Champions-League-Finale in Orenburg.

TISCHTENNIS

Im Hinspiel sorgte Timo Boll für zwei von drei Punkten. Gelingt dem 37-Jährigen dies auch morgen, hat die Borussia eine große Chance. Archiv

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Es könnte einer der ganz großen Tage in der jüngeren Vereinsgeschichte von Borussia Düsseldorf werden. Morgen (15 Uhr, MESZ) tritt der deutsche Tischtennis-Vorzeigeclub beim russischen Spitzenverein Fakel Orenburg an. Auf dem Spiel steht nicht weniger als der Titelgewinn in der Champions League. Bereits am Dienstag ist der Borussia-Tross nach Russland aufgebrochen. „Wir wollen uns optimal vorbereiten und nichts dem Zufall überlassen“, sagt Manager Andreas Preuß. „Ich bin optimistisch, der Tisch ist gedeckt, trotzdem sind wir noch weit vom Ziel entfernt. Ich erwarte ein völlig offenes Spiel, denn Orenburg war in der Vergangenheit immer unglaublich heimstark, so dass ich davon ausgehe, dass sie sich auch jetzt noch einmal steigern werden.“

Mit dem 3:2-Erfolg im Hinspiel am Staufenplatz hat sich die Mannschaft von Trainer Danny Heister eine ordentliche Ausgangsposition verschafft. Jeder Sieg beim Titelverteidiger würde für den „Königsklassen“-Triumph reichen, auch eine 2:3-Niederlage könnte aufgrund des Satzverhältnisses am Ende genügen. Dieses entschied die Borussia am vergangenen Sonntag mit 12:8 ebenso zu ihren Gunsten wie das Gesamtergebnis im Hinspiel.

Offen ist noch, ob Heister auf Källberg oder Fegerl setzt

Heister warnt davor, zu glauben, „dass wir nur nach Orenburg fahren, um den Pokal abzuholen. Wir haben noch nichts erreicht außer einer guten Ausgangsposition. Vor drei Jahren sind wir mit einem 3:1-Sieg im Rücken nach Russland geflogen und mit leeren Händen nach Hause gekommen. Das möchten wir nicht noch einmal erleben. Timo Boll und Kristian Karlsson haben im Hinspiel wirklich gut gespielt. Anton Källberg kann sich noch steigern“, sagt der Niederländer.

Ob Heister erneut den jungen Schweden aufbieten wird, der gegen Altmeister Vladimir Samsonov zuletzt keine Chance hatte, ist noch offen. Auch ein Einsatz des Österreichers Stefan Fegerl, der den Club am Saisonende verlassen wird, ist denkbar.

Den Titel in der Champions League konnte die Borussia letztmals im Jahr 2011 einfahren. Von den seitdem vergebenen sechs sicherte sich Orenburg vier, zwei Mal ging die Trophäe ins französische Pontoise Cergy. Nun stehen die Chancen auf das „Triple“ aus nationaler Meisterschaft (Finale am 26. Mai), Pokalsieg und Europapokaltriumph so gut wie lange nicht mehr.

Viel wird aus Düsseldorfer Sicht morgen davon abhängen, ob Superstar Timo Boll seine grandiose Form aus dem Hinspiel bestätigen kann, als der Weltranglistendritte Dimitrij Ovtcharov und Jun Mizutani jeweils in vier Sätzen bezwingen konnte. Aber auch Kristian Karlsson ist in jedem Fall für einen Punktgewinn gut. Der 26-Jährige verpasste gegen Mizutani den Erfolg nur knapp und spielte den angeschlagenen Ovtcharov im entscheidenden Einzel an die Wand. Die Nummer zwei der Welt dürfte auch morgen nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte sein. Dennoch erwartet die Borussia ein bärenstarkes Orenburg. Klar ist aber auch: Die Ausgangslage ist deutlich besser als vor einem Jahr, als die Borussia bereits nach dem Hinspiel praktisch ohne Chancen war.

© WhatsBroadcast

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