Der Teamchef des Rochusclubs ist sich mit Spielern wie Zverev und Korolew einig.

Düsseldorf. Nach sechs Wochen Bundesliga-Tennis kehrt beim Rochusclub wieder Ruhe ein. Mit dem 5:1-Sieg bei Blau-Weiß Krefeld beendete die Mannschaft von Detlev Irmler die Saison als Dritte hinter Meister Kurhaus Aachen und Blau-Weiß Halle. Vier Siege, vier Unentschieden und eine Niederlage stehen zu Buche. Der Teamchef zog einen Tag nach dem Saisonende Bilanz und warf einen Blick nach vorne. WZ: Herr Irmler, wie bewerten sie die Spielzeit 2009? Detlev Irmler: Wir können erhobenen Hauptes aus der Saison gehen. Der Rochusclub ist immer mit einem Topteam antreten. die Krux war, dass die anderen Mannschaften auch exzellent aufgestellt waren. Gegen den späteren Meister aus Aachen haben wir ein Unentschieden erkämpft. Die einzige Saisonniederlage gegen Mannheim war auch Spannung pur. Ich glaube, dass wir den Zuschauern gutes Tennis geboten. Die 4500 Zuschauer in der vergangenen Woche gegen Neuss sind der beste Beweis dafür. WZ: Wo sehen Sie die Knackpunkte? Irmler: Die Verletzung unseres Spitzenspielers Albert Montanes hat uns einige Punkte gekostet. Dazu mussten wie mit Fabrice Santoro und Jonas Björkman 1,5Altstars mit durchschleppen. Björkman ist weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Er hatte sich die Sache einfacher vorgestellt. Bei Santoro war das Problem, dass er in der Weltrangliste durch Erfolge auf Hartplätzen einfach zu hoch platziert war und nach der Verletzung von Montanes im Einzel an Nummer eins gegen zu starke Sandplatz-Gegner spielen musste.

"Schriftliche Verträge gibt es bei uns nicht. Wir regeln mit den Spielern alles per Handschlag."

Detlev Irmler, Teamchef WZ: Ist das für die Zukunft eine Absage an ältere Spieler? Irmler: Es gibt da zwei Betrachtungsweisen. Auf der einen Seite glaube ich, dass es ein Geschenk an das Publikum ist, wenn wir Spieler im Team haben, die in ihrer Karriere so viel erreicht haben. Auf der anderen Seite kann es auch ein Risiko sein, wenn sie die sportlichen Erwartungen nicht oder nur teilweise erfüllen. Aber die Team-Konstellation gehört zu unserem Konzept, bei dem wir mit jungen, aufstrebenden Spielern arbeiten und dazu einige erfahrene Profis im Team haben. WZ: Und wie sieht die Mannschaft in der Saison 2010 aus? Gibt es schon neue Verträge? Irmler: Schriftliche Verträge gibt es bei uns nicht, wir regeln mit den Spielern alles per Handschlag. Das Mannschaftsgerüst für die kommende Spielzeit steht. Mischa Zverev, Guillermo Garcia-Lopez, Ewgeny Korolew, Pablo Andujar, Pere Riba und Oscar Sabate-Bretos haben schon zugesagt. Obendrauf hoffen wir auf einen Spitzenmann wie Albert Montanes. Die Saison jedenfalls hat gezeigt, dass ich mit meiner Meister-Prognose Recht hatte. Mit ein wenig mehr Glück hätten wir aber weiter vorne landen können. WZ: Wie sieht ihre Arbeit künftig aus? Irmler: Jetzt gilt es, die Sponsoren bei der Stange zu halten. Ich gehe davon aus, dass diese Saison mit den starken Auftritten der Mannschaft dazu beigetragen hat. Dazu kommen die TV-Übertragungen im Internet, die für die Sponsoren sehr wichtig sind. Ich bin zuversichtlich, dass der Etat für die kommende Saison gesichert sein wird und wir erneut mit einer starken Mannschaft antreten werden. Wir greifen auf jeden Fall wieder an.

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