Frühe Förderung weist den Weg: 350 begabte Düsseldorfer Zweitklässler testen spielerisch sich und verschiedene Sportarten.

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Salina (li.) und Timo zeigen unter erschwerten Bedingungen – auf einer Miniplatte – ihr Können beim Tischtennis.

Salina (li.) und Timo zeigen unter erschwerten Bedingungen – auf einer Miniplatte – ihr Können beim Tischtennis.

Christof Wolff

Salina (li.) und Timo zeigen unter erschwerten Bedingungen – auf einer Miniplatte – ihr Können beim Tischtennis.

Düsseldorf. Aus der Sporthalle der Dieter-Forte-Gesamtschule tönten aufgeregte Kinderstimmen, schnelles Getrampel und das Aufspringen von Bällen auf dem Boden. Anlässlich der siebten Talentiade der Sporthauptstadt Düsseldorf waren fünf verschiedene Parcours aufgebaut: Tischtennis, Hockey, Judo, Leichtathletik und Taekwondo. Rund 200 Zweitklässler nutzten an zwei Tagen die Chance, die einzelnen Sportarten je eine halbe Stunde lang spielerisch auszuprobieren.

In den Wochen zuvor waren rund 4000 Zweitklässler anhand eines motorischen Checks auf Fitness, Koordination und Ausdauer getestet worden. Die besten 350 erhielten eine Einladung zur Talentiade. "Wir wollen den Nachwuchs so früh wie möglich fördern", sagte Knut Diehlmann, Projektleiter der Düsseldorfer Sport- und Talentförderung. "Während die Kinder in die einzelnen Sportarten hineinschnupperten, konnten sich die Trainer vom Talent der Jüngsten überzeugen. Anschließend wurden die Begabtesten zu einem weiteren Probetraining direkt im Verein eingeladen."

Mirko Guth, Chef-Jugendtrainer im Bereich Tischtennis bei Borussia Düsseldorf hat mit der Talentiade sehr gute Erfahrungen gemacht. "Ich kann aus jedem Kind hier etwas machen, solange es auch Spaß am Tischtennis hat", sagte er. Vergangenes Jahr entdeckte Guth den neunjährigen Raul Setzke, der mittlerweile im Kader des westdeutschen Verbandes spielt.

Die große Resonanz erfreut die Trainer bei der Suche nach Talenten

Auf der Talentiade brachte Guth den Zweitklässlern die richtige Schlägerhaltung bei und achtete bei den anschließenden Schlagübungen darauf, ob der Nachwuchs ein natürliches Gespür für den Sport entwickelte. Timothy Till Schlemper war begeistert. "Das hat richtig Spaß gemacht", sagte der Achtjährige. "Ich habe bisher immer nur in den Pausen auf dem Schulhof Tischtennis gespielt."

Alle Sportarten der Talentiade sind olympisch, doch es handelt sich teilweise um Randsportarten. Besonders talentierte Kinder, die es in den Vereinen in die nationalen Kader schaffen, werden ab der 5. Schulklasse von den NRW-Sportschulen und dem Atletica-Sport-Internat gefördert. Neben dem intensiven Training erhalten die Talente nachmittags dort eine schulische Ausbildung.

Der Zweitklässler war bereits an zwei weiteren Stationen, doch Tischtennis hatte ihn überzeugt. "Ich würde gerne in einem Verein spielen." Das könnte auch gut klappen, denn Mirko Guth hat ihm bereits eine Einladung zum Probetraining gegeben.

Auch im Leichtathletikparcour sind die Trainer mit der großen Resonanz zufrieden. Dieses Jahr waren viele begabte Kinder dabei. Zwei von ihnen sind die beiden Freundinnen Helene Pretzler und Tabea Zeiss.

Die beiden Achtjährigen trainieren bereits seit einem Jahr im Verein, doch an der Talentiade haben sie nun auch Spaß am Judo entdeckt. "Ich könnte mir gut vorstellen zusätzlich in einen Judoverein zu gehen", sagte Tabea. Vielleicht steckt ja noch mehr als nur je ein Talent in den beiden Mädchen.

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