Chiclana. Zirkeltraining und Strandlauf gehören nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen im Trainingslager, aber damit bekommt man die Körner, die man im Verlauf der Saison als Kraftreserve braucht. Natürlich kann man sich dabei auch zurückhalten. Aber dazu bin ich nicht der Typ, weil ich weiß, dass ich mich mit einem weniger gewissenhaften Training selbst betrügen würde. Trotzdem habe ich mich sehr auf das Spiel gegen Schalke als Abwechslung zum Trainingsalltag hier gefreut. Ich komme schließlich aus Herten, kann mit der Straßenbahn rüberfahren. Natürlich reizte es mich auch, weil ich früher mal bei Borussia Dortmund gespielt habe. Es war insgesamt ein guter, schwerer Test, genau das, was wir jetzt gebraucht haben. Obwohl der Boden so tief war, dass ich oft stecken geblieben bin. Über die fünf Gegentore ärgere ich mich sehr, obwohl ich noch ein paar Schalker Chancen vereitelt habe. Schon in der Pause habe ich das Trikot mit Manuel Neuer getauscht. Ich habe es aber nicht für mich genommen, sondern für mein zwölfjähriges Patenkind Selin. Neuer ging leider leer aus, weil unser Zeugwart Aleks Spengeler nur ein Torwarttrikot eingepackt hatte und ich ja 90 Minuten durchgespielt habe.

Mit Niederlagen kann sich die Fortuna derzeit nur schlecht abfinden. Obwohl die Mannschaft im Testspiel gegen Schalke 04 drei Minuten vor dem Ende mit 2:5 zurücklag, kam das Team von Norbert Meier noch zu einem 5:5.

Nach einem Farfan-Elfmeter und einer zweifelhaften Entscheidung lag der Bundesligist bereits nach einer Minute 1:0 vorne. Cakir schwor hinterher, Schalkes Neuzugang Alexander Baumjohann nicht berührt zu haben. Nach einer halben Stunde hatten die gut mithaltenden Fortunen das Spiel durch Tore von van den Bergh und Gaus gedreht. Das (Abseits-)Tor von Schalkes zweitem Neuen Edu zum 2:2 spiegelte den Spielverlauf wider, obwohl sich Fortunas Abwehrchef über den Fehler des Linienrichters aufregte.

Nach der Pause und einem Komplettwechsel bei den Schalkern wurde bis zur 80. Minute der Klassenunterschied offensichtlich. Danach ließ bei den Schalkern die Kraft nach und Fortuna kam mit dem zweiten Anzug besser in Fahrt. Dass sie noch den Ausgleich schaffte, freute Trainer Meier: "Das zeichnet die Mannschaft immer wieder aus, dass sie nie aufgibt. Unsere Fehler sind aber brutal bestraft worden." Da sei der Unterschied zwischen beiden Mannschaft deutlich gewesen.

Fortuna
Ratajczak - Weber (63. Schwertfeger), Cakir (63. Kozo), Langeneke (75. Palikuca), Hergesell - Costa (46. Sieger), Heidinger, Fink (46. Lambertz), van den Bergh (46. Caillas)- Gaus (46. Lawarée), Harnik (46. Jovanovic).

Schalke
1. Hälfte: Neuer - Latza, Höwedes, Westermann, Minero- Matip, Holtby, Baumjohan, Farfan - Edu, Asamoah.
2. Hälfte: Schober - Moravek, Zambrano, Reignirrson Schmitz - Moritz, Rakitic, Sanchez, Volz - Kuranyi, Altintop.

Tore 0:1 (1.) Farfan (Foulelfmeter), 1:1 (10.) van den Bergh, 2:1 (33.) Gaus, 2:2 (43.) Edu, 2:3 (48.) Altintop, 2:4 (75.) Altintop, 2:5 (86.) Volz, 3:5 (87.) Lawarée, 4:5 (89.) Lawarée, 5:5 (90.+1) Palikuca.

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