Die Mannschaft von Falko Götz will den Beweis antreten, dass der Vorwurf der Charakterlosigkeit falsch ist.

Richtig zufrieden war der neue FSV-Trainer Falko Götz bei den vergangenen Spielen der Frankfurter nicht.
Richtig zufrieden war der neue FSV-Trainer Falko Götz bei den vergangenen Spielen der Frankfurter nicht.

Richtig zufrieden war der neue FSV-Trainer Falko Götz bei den vergangenen Spielen der Frankfurter nicht.

dpa

Richtig zufrieden war der neue FSV-Trainer Falko Götz bei den vergangenen Spielen der Frankfurter nicht.

Es läuft die 83. Spielminute in der Düsseldorfer Arena, die Gäste vom FSV Frankfurt greifen an. Zlatko Dedic zieht mit rechts ab und jagt den Ball vorbei an Fortuna-Torhüter Michael Rensing ins Netz. 3:2 – der Siegtreffer. Was für Fortuna Düsseldorf die reinste Horror-Vorstellung ist, macht dem FSV Frankfurt Mut. Mit diesem 3:2 vor fast genau einem Jahr schafften die Hessen den Klassenerhalt. Dedic ist auch an diesem Sonntag wieder dabei, ansonsten haben sich die Gesichter beider Teams stark verändert. Sowohl bei der Fortuna als auch beim FSV stehen nur jeweils fünf Spieler im Kader, die damals zur Start-Elf gehörten.

Eine ähnliche Fluktuation steht beiden Vereinen nach dieser Saison erneut bevor, unabhängig von der Liga-Zugehörigkeit. Beim FSV laufen gleich 16 Verträge aus. Ein Umstand, den Trainer Falko Götz für die rasante Talfahrt in der Rückrunde mitverantwortlich macht. „Mit Abstiegskampf muss man sich identifizieren. Da sind noch nicht alle angekommen“, sagte Götz am vergangenen Freitag nach dem 1:4 gegen den 1. FC Kaiserslautern und Geschäftsführer Clemens Krüger fügte hinzu: „Es kann nicht sein, dass man sich derart präsentiert. Jetzt wird es richtig knallen.“

Der letzte Sieg der Frankfurter datiert vom 19. Februar

Fehlender Charakter – ein schlimmer Vorwurf, für den es am Sonntag gilt, den Gegenbeweis anzutreten. Es ist das vielleicht schon entscheidende Duell im Kampf um den Klassenerhalt. High Noon in Düsseldorf, das Damoklesschwert Abstieg glitzert unter der brutzelnden Sonne über den zwei schwächsten Teams des Kalenderjahres 2016 in der 2. Liga. Der bislang letzte Sieg des FSV datiert vom 19. Februar. Seither gab es in zehn Spielen lediglich drei der 30 möglichen Punkte, die Fortuna sammelte im gleichen Zeitraum auch nur deren zwei mehr.

Mit dem Gegner aber beschäftigte sich der FSV Frankfurt in dieser Woche nur am Rande. Zu groß sind die Baustellen im eigenen Haus. Die zweite Halbzeit gegen Kaiserslautern war ein Offenbarungseid. Ohne Einsatz, Kampf, Körpersprache und Wille ließ sich die Mannschaft um Kapitän Manuel Konrad vorführen. „Das war Dritt- oder sogar Viertliga-Niveau. Wir haben uns verhalten wie eine Schülermannschaft. So holen wir keinen einzigen Punkt mehr“, sagte Konrad und Geschäftsführer Krüger meinte: „Es ist unfassbar, wie naiv da agiert wurde. So hast du im Abstiegskampf keine Chance.“

Um jedoch auch im neunten Jahr in Folge zweitklassig zu bleiben, zogen sich die Blau-Schwarzen nun für drei Tage zu einem Trainingslager in die Sportschule Kamen-Kaiserau zurück. Die von Krüger angekündigte Peitsche hatte Trainer Götz zuvor aber tatsächlich knallen lassen. Mit Joel Gerezgiher, Besar Halimi, Zsolt Kalmar, Denis Mangafic und Ex-Fortune Dani Schahin mussten gleich fünf Spieler am Bornheimer Hang bleiben. Dem Quintett wurde die notwendige Identifikation mit dem Verein abgesprochen. „Es gibt jetzt nur noch den FSV“, sagte Angreifer Denis Epstein. Und die erneute Hoffnung auf Zlatko Dedic.

ZWEI STÜRMER Durch den von Trainer Falko Götz ausgedünnten Kader dürfte sich in einem 4-2-2-2-System folgende Startformation versuchen: André Weis - Alexander Huber, Lukas Gugganig, Florian Ballas, Ehsan Haji-Safi - Manuel Konrad, Marc-André Kruska - Shawn Barry, Denis Epstein - Taiwo Awoniyi, Zlatko Dedic.

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