Sascha Walbröhl erklärt, wie es der Unterrather U 17 gelungen ist, die Klasse in der B-Junioren-Bundesliga zu halten.

JUGENDFUSSBALL
Mit akribischer Arbeit und starkem Zusammenhalt gelang es Sascha Walbröhl, die belächelte SGU-Jugend zum Klassenerhalt zu führen.

Mit akribischer Arbeit und starkem Zusammenhalt gelang es Sascha Walbröhl, die belächelte SGU-Jugend zum Klassenerhalt zu führen.

Horstmüller

Mit akribischer Arbeit und starkem Zusammenhalt gelang es Sascha Walbröhl, die belächelte SGU-Jugend zum Klassenerhalt zu führen.

Düsseldorf. Man kann gar nicht hoch genug bewerten, was die U 17-Fußballer der SG Unterrath in dieser Saison geschafft haben. Der Klassenerhalt in der B-Junioren-Bundesliga ist ein herausragender Erfolg für einen kleinen Stadtteilverein unter all den Proficlubs. Wir sprachen mit Trainer Sascha Walbröhl über die Saison und die Zukunft.

Herr Walbröhl, wie muss man den Klassenerhalt in der U 17-Bundesliga mit der SGU sportlich einordnen?

Sascha Walbröhl: Was die Mannschaft in dieser Saison erreicht hat, ist sensationell. Man muss sich doch nur einmal anschauen, in welcher Klasse unsere erste Mannschaft spielt. Wir waren die einzige B-Jugend eines Bezirksligisten. Wir haben Vereine wie Alemannia Aachen und Viktoria Köln hinter uns gelassen. Die haben doch auch ganz andere Möglichkeiten. Dass Borussia Dortmund am Ende Meister wird, war keine große Überraschung. Dass wir aber die Liga halten, war eine umso größere Leistung.

Wie schwer war es, sich im Konzert der Großen zu behaupten?

Walbröhl: Wir waren von Anfang an der krasse Außenseiter und wurden von allen als Absteiger Nummer eins gehandelt. Selbst im eigenen Verein wurden wir belächelt. Meine Jungs haben sicherlich auch mal Lehrgeld gezahlt. Aber die Mannschaft ist auch nach Rückschlägen immer wieder aufgestanden. Wir haben in dieser Saison gegen Dortmund, Leverkusen, Schalke und Köln, also gegen vier der Top-Fünf-Vereine gepunktet. Das alleine zeigt doch, dass wir kein Fallobst sind und völlig verdient die Klasse gehalten haben.

Was war das Erfolgsgeheimnis in dieser Saison?

Walbröhl: Dass wir nicht die besten Einzelspieler in dieser Liga hatten, brauche ich wohl niemandem zu erklären. Für uns ging es nur über die mannschaftliche Geschlossenheit, und die war phänomenal. Dabei beschränke ich mich nicht nur auf die Mannschaft und den Trainerstab. Auch aus dem Kreis der Eltern haben wir tolle Unterstützung erfahren. Nur so konnten wir die Herausforderung Junioren-Bundesliga bewältigen. Und wie stark der Zusammenhalt unter den Spielern war, wurde rund um den letzten Spieltag noch einmal ganz deutlich.

Was genau meinen Sie?

Walbröhl: Wenige Tage vor dem für uns aus sportlicher Sicht so wichtigen letzten Spieltag ist der Vater eines unserer Torhüter verstorben. Auch damit mussten die Jungs noch umgehen. Ich war so emotional, dass ich die Mannschaft gar nicht richtig auf das letzte Spiel in Bochum vorbereiten konnte. Dass wir trotz der 0:2-Niederlage in Bochum trotzdem die Klasse gehalten haben, war nur gerecht, wenngleich es nach dem Schlusspfiff zunächst niemanden interessiert hat. Die Mannschaft ist stattdessen sofort zu ihrem Torhüter gelaufen, um für ihn da zu sein.

Wie geht es nun mit dieser erfolgreichen Mannschaft weiter?

Walbröhl: Ich habe diesen Jahrgang nun einige Jahre betreut und werde den Werdegang der Spieler auch interessiert weiter verfolgen. Ich bin froh und auch ein Stück weit stolz auf die Entwicklung der Jungs. Viele von ihnen konnten auf sich aufmerksam machen. Vielleicht treffe ich ja auch in der neuen Saison auf den einen oder anderen von ihnen. Schließlich geht es auch für mich ab Sommer bei der SSVG Velbert in der A-Junioren-Niederrheinliga weiter.

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