1952 gegründet, zog es den Verein von der Jägerhofstraße über Hubbelrath an die Grenze zu Ratingen. Ob Dressur, Vielseitigkeit oder Springreiten – auf Gut Neudellerhof kommen alle auf ihre Kosten.

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Vielseitigkeitsreiten gehört seit Jahren zum Angebot des Traditionsvereins.

Vielseitigkeitsreiten gehört seit Jahren zum Angebot des Traditionsvereins.

Silke Rauth/Reitklub Hofgarten

Vielseitigkeitsreiten gehört seit Jahren zum Angebot des Traditionsvereins.

Düsseldorf. Wer in Düsseldorf den Reitklub Hofgarten besuchen möchte und dafür in Richtung Innenstadt und Kö-Bogen fährt, wird irgendwann aufgeben oder beim Fragen nach dem richtigen Weg vermutlich in unwissende Gesichter blicken. Denn der 1952 gegründete Verein hat seinen Sitz seit den 80er-Jahren auf dem Gut Neudellerhof in Ratingen, direkt hinter der Düsseldorfer Stadtgrenze.

Beim Blick über das weitläufige Gelände wird schnell klar, warum sich der Verein vor mehr als 35 Jahren für einen Umzug entschied. 180 Pferde finden auf dem Areal in ihren Boxen Platz. Zwei Reithallen, zwei Dressurplätze, ein Springplatz, ein Longierzirkel sowie 70 Weiden und ein optimales Reitwegenetz in die nahegelegenen Wälder stehen zwischen Knittkuhl und Schwarzbach zur Verfügung.

„Im Düsseldorfer Stadtgebiet ist so eine Fläche für einen Verein wie uns nirgends zu finden“, sagt Carola Maier, Vorsitzende des Reitklubs, der bei der WZ-Wahl zum beliebtesten Sportverein in der Kategorie „Bis zu 250 Mitglieder“ den dritten Platz belegte. „Ein Verein ist immer abhängig von seiner Anlage. Hier finden wir perfekte Rahmenbedingungen. Außerdem sind wir ja auch nur ein paar Meter hinter der Stadtgrenze.“

In den Anfangsjahren residierte der Reitklub Hofgarten – seinem Namen entsprechend – noch unweit des Hofgartens an der Jägerhofstraße. „Heute ist dort die Lampe Bank beheimatet“, weiß Carola Maier. 1965 ging es von dort aus zum Gut Nothenhof nach Hubbelrath, ehe der Reitklub ein neues Zuhause auf dem Gut Neudellerhof fand – auch, um den immer weiter wachsenden Anforderungen bei den Turnieren gerecht werden zu können.

Teamwettkämpfe für Jugendliche sollen Gemeinschaftsgefühl fördern

Wer sich ausschließlich auf Dressur- oder Springreiten fokussieren möchte, ist im Reitklub Hofgarten ebenso gut aufgehoben wie Pferdefreunde, die am liebsten nur im Gelände sind. „Unser Standbein ist das Vielseitigkeits-Reiten, aber wir legen zudem Wert auf eine entsprechende Disziplin-Vielfalt“, sagt die Vorsitzende.

Der 1952 gegründete Verein hat 156 Mitglieder (davon rund 70 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre). Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Herzogin und der Herzog von Croy (einem französischen Adelsgeschlecht mit westfälischem Zweig). Auch Publizist und Journalist Peter Scholl-Latour war einst Mitglied.

Erwachsene zahlen einen Jahresbeitrag von 75 Euro, Kinder, Jugendliche und Auszubildende 35.

In Düsseldorf gibt es heute noch circa 20 Reitvereine. Der Reitklub gehört neben „Jan Wellem“ und der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft zu den Ältesten.

Wettkämpfe finden von März bis September statt. „Leider gibt es nur relativ wenig Turniere im Kreisverband. Daher versuchen wir, viele Mannschaftsturniere zu besetzen. Dazu gehören der Düsseldorfer Mannschaftscup, das Rheinische Jugendchampionat mit Dressur- und Springteam oder die Landesturniere der Pony-Mannschaft. Auch das fördert das Gemeinschaftsgefühl“, sagt Carola Maier.

Um vor allem den Kindern und Jugendlichen, die fast die Hälfte der Mitgliederzahl von 156 ausmacht, über die Turniere hinaus etwas bieten zu können, gibt es in den Sommerferien Aktivitäten wie Zeltlager oder Ausflüge. „Unsere Jugendwartin leistet dort hervorragende Arbeit. Für die Erwachsenen bieten wir einmal im Jahr, meist am 1. Mai, ein Ü30-Jagdreiten im Gelände an“, erklärt die Erste Vorsitzende.

Wer Unterrichtsstunden nehmen möchte, dem steht immer ein erfahrener Reiter oder ein ausgebildeter Trainer zur Seite. Um auch in diesem Bereich des Vereinslebens für Nachwuchs zu sorgen, denken sie und ihre Mitstreiter aus dem Vorstand darüber nach, die älteren Jugendlichen beim Trainerschein zu unterstützen. „Auch in unserer Sportart müssen wir stets an ,morgen‘ denken.“

Carola Maier ist seit 30 Jahren im Reitklub Hofgarten dabei, seit 2010 als Erste Vorsitzende. Für die Zukunft wünscht sie sich: „Ich hoffe auf ein lebhaftes Miteinander, sowohl im Kreisverband als auch in unserem Verein. Die junge Generation soll später in die Fußstapfen der Erwachsenen treten können und ein Verantwortungsgefühl für die Gemeinschaft entwickelt haben.“ Dazu lassen die Vereinsverantwortlichen die jungen Mitglieder bereits selbst Veranstaltungen oder Turniere planen. „Das hilft den Jugendlichen, frühzeitig auch Verantwortung zu übernehmen. Aber natürlich stehen wir immer mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Maier.

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