Aber nach seiner verletzungsbedingten Pause will der Spieler der Vikings noch mehr.

Interview
Ali Oelze (links) kann sich auch gegen Widerstände durchsetzen.

Ali Oelze (links) kann sich auch gegen Widerstände durchsetzen.

Christof Wolff

Ali Oelze (links) kann sich auch gegen Widerstände durchsetzen.

Er ist wieder da und könnte einer der Garanten dafür werden, dass die HC Rhein Vikings in der 2. Handball-Bundesliga nicht mehr in Abstiegsgefahr geraten. Alex Oelze musste mehr als drei Monate aussetzen und spielte am vergangenen Samstag beim 24:24 in Konstanz erstmals wieder mit. Wir sprachen mit dem Rückraumspieler der Vikings.

Herr Oelze, wie schwer ist es Ihnen gefallen, solange nur Zuschauer zu sein?

Alexander Oelze: Es war sehr schwer, denn Geduld ist nicht meine größte Stärke. Ich habe mir den Ellenbogen ausgekugelt und das Innenband ist gerissen. Da ich zunächst eine Gipsschiene tragen musste und noch eine Schwellung da war, konnte ich mir ausrechnen, dass das alles nicht so schnell gehen würde.

Was steht jetzt für Sie in der Trainingsarbeit im Vordergrund, und bei wie viel Prozent Leistungsfähigkeit sind Sie inzwischen?

Oelze: Natürlich muss ich wieder gänzlich das Vertrauen in meinen Körper gewinnen und die handballspezifischen Abläufe automatisieren. Ich habe viel im athletischen Bereich und an der Ausdauer gearbeitet. Aber ich bin jetzt erst bei 85, vielleicht 90 Prozent.

Aber sie haben in ihrem ersten Spiel in Konstanz direkt fünf Mal getroffen . . .

Oelze: Ja, es fehlt aber noch einiges, vor allem Spielpraxis, weil man eben nicht alles im Training simulieren kann.

Wie wichtig ist es, dass sich die Konkurrenzsituation im Team durch ihre Rückkehr und die von Daniel Pankofer vergrößert hat?

Oelze: Das ist natürlich wichtig, weil alle wissen, dass sie im Training und im Spiel Vollgas geben müssen und können. Die verbesserte Qualität im Training kommt uns im Spiel zugute.

Das heißt, mit der Rückkehr zwei wichtiger Rückraumspieler ist der Klassenerhalt für die Vikings automatisch in trockenen Tüchern?

Oelze: Die Mannschaft hat auch ohne uns viele Punkte geholt. Es wäre vermessen, wenn wir jetzt sagen, mit uns läuft es automatisch besser. Immerhin haben wir jetzt mehr Möglichkeiten und können dem einen oder anderen auch mal eine Erholungspause ermöglichen. Andererseits müssen wir uns auch erst mal wieder neu einspielen und auch dort die Automatismen wieder finden.

Sind Sie denn mit dem bisherigen Ergebnis der Vikings zufrieden?

Oelze: Unsere 18 Punkte sind schon in Ordnung. Aber man sieht auch, dass in der Liga nahezu jeder jeden schlagen kann. Für uns kommen jetzt die Wochen der Wahrheit, die am Samstag mit dem Heimspiel gegen Balingen beginnen. Auch das danach folgende Derby gegen TuSEM Essen zählt zu den richtungsweisenden Spielen. Wir haben noch Potenzial, uns zu verbessern, da wir ja bisher nicht die angriffsstärkste Mannschaft waren. Und wir wollen vor allem auch mehr einfache Tore durch ein besseres Tempospiel erzielen.

Sind die Vikings inzwischen richtig in Düsseldorf angekommen?

Oelze: Ja, das sind wir. Wir trainieren im Castello, fühlen uns dort mit unserer eigenen Kabine auch sehr wohl. Es wäre schön, wenn noch ein paar Zuschauer mehr kommen würden. Ich glaube, das haben wir uns verdient. Es war jedenfalls die richtige Entscheidung, dieses Projekt zu starten und die Kräfte zu bündeln.

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