Das Duell zwischen dem Zweitliga-Aufsteiger und dem Erstliga-Absteiger Coburg fand in den Gästen den erwarteten Sieger.

Handball
Vikings-Angreifer Teo Coric (M.) trug im Spiel gegen Coburg zwei Treffer bei.

Vikings-Angreifer Teo Coric (M.) trug im Spiel gegen Coburg zwei Treffer bei.

Sergej Lepke

Vikings-Angreifer Teo Coric (M.) trug im Spiel gegen Coburg zwei Treffer bei.

Es waren knapp sechs Minuten gespielt, da musste der Frust bei Till Riehn einfach mal raus. Mit grimmigem Gesicht ging der Handball-Profi des HSC Coburg zu Nils Artmann und schubste ihn weg – obwohl sein Gegenüber vom HC Rhein Vikings nicht mal den Ball hatte. Aber irgendwo musste die Wut ja hin, denn bis dahin war dem Favoriten aus Oberfranken noch gar nichts gelungen. 4:0 führten die Neuss-Düsseldorfer, die bereits am Freitag in Essen 24:23 gewonnen hatten. Es roch nach der ersten Überraschung der neuen Saison in der 2. Handball-Bundesliga. Aber nicht lange. Noch vor der Pause drehten die Coburger das Spiel (10:7), am Ende gewannen sie gar mit 27:13 und brachten den Vikings damit die höchste Niederlage der jungen Saison bei.

„Mit der Einstellung und der Abwehrarbeit in der ersten Halbzeit bin ich zufrieden. Aber in der zweiten Hälfte haben wir uns ein Stück weit ergeben und kaum noch dagegengehalten. Das darf uns nicht passieren – schon gar nicht vor unserem Heimpublikum“, sagte Vikings-Trainer Ceven Klatt, dessen Team nur in der Anfangsphase mithalten konnte. Es dauerte gar sechseinhalb Minuten, ehe die Coburger ihr erstes Tor erzielten.

Doch als die einmal ins Laufen kamen, gelang bei den Gastgebern kaum noch etwas. Entweder schlossen sie früh oder aus falschen Positionen ab. Dabei hatte Klatt vorher noch gefordert, sein Team solle keine „Halbchancen“ zu Würfen nutzen. Doch genau das tat es. Das Ergebnis: Von Minute sechs bis 30 machten die Vikings nur noch drei Treffer, zwischendurch mehr als eine Viertelstunde lang sogar gar keins. Da konnte Torwart Vladimir Bozic (insgesamt zwölf Paraden) noch so gut halten. Weil vorne gar nichts mehr klappte, war das Spiel früh entschieden. Spannender wurde es auch nach der Pause nicht mehr.

15 Paraden, zwei Siebenmeter: Torhüter Bozic in Essen überragend

Am Freitag war es nicht nur enger, sondern auch weitaus emotionaler zugegangen. Da waren die Vikings zum ersten Derby ihrer jungen Vereinseingeschichte zu TuSEM Essen gefahren und hatten ein Spiel erlebt, das sie so schnell nicht vergessen werden. Denn es lief wie bereits beim ersten Saisonsieg gegen die HSG Konstanz: Klare Führung, Schwächephase in der zweiten Hälfte, Ausgleich des Gegners, Siegchance für den Gegner, Ballgewinn, eigenes Siegtor wenige Sekunden vor Schluss. Am Ende hieß es erneut 24:23 für die Vikings, die von 200 der rund 2000 Fans in der brodelnden Halle unterstützt wurden.

„Unglaublich glücklich“ sei er, sagte Trainer Klatt hinterher. Das galt auch für seinen Torhüter Vladimir Bozic – neben Siegtorschütze Alexander Oelze (acht Tore) der entscheidende Mann auf dem Feld. Bereits in den ersten Minuten hatte der kroatische Routinier einen Siebenmeter sowie zwei glasklare Chancen der Essener vereitelt. Am Ende kam Bozic auf 15 Paraden, darunter zwei Siebenmeter. „Wir haben vor allem in der ersten Hälfte eine richtig starke Abwehr gespielt. Es ist super, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte, dieses wichtige Spiel zu gewinnen“, sagte der Torhüter.

Seine Leistung sowie die Tatsache, dass die Vikings ihre Angriffe in Ruhe ausspielten und sich wenige Ballverluste leisteten, waren die Grundsteine dafür, dass die Gäste früh mit drei Treffern führten (4:1) und den Vorsprung bis zur Pause hielten (13:10). Nach dem Wechsel zogen sie sogar mit fünf Toren davon (19:14/44. Minute). Doch dann schlichen sich immer mehr Fehler ein. Plötzlich wurde die Halle laut, Essen bekam neuen Mut und glich drei Minuten vor Schluss zum 22:22 aus. Es folgte eine dramatische Schlussphase – mit dem besseren Ende für die Vikings.

Die zwei eingeplanten Punkte am ersten Doppelspieltag der neuen Saison waren also eingefahren. Da konnten die Vikings die Niederlage gegen den Aufstiegskandidaten aus Coburg verschmerzen.

© WhatsBroadcast

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