Fortunas Mittelfeldspieler überzeugt in seinem zweiten Jahr inzwischen auch als Torschütze.

Düsseldorf. Im Kader von Fortuna Düsseldorf gehört Marcel Sobottka mit seinen 22 Jahren vom Alter her zu den jüngeren Profis. Doch der Mittelfeldspieler, der im Sommer 2015 vom FC Schalke 04 zum aktuellen Tabellensiebten der 2. Fußball-Bundesliga kam, darf bereits zu den erfahrenen Kräften gezählt werden – auch wenn er erst 26 Partien im Unterhaus absolviert hat. „Es ist komisch. Es gibt mindestens zehn Spieler im Kader, die jünger sind als ich. Als ganz junger Spieler fühle ich mich nicht mehr, als erfahrener auch nicht“, sagt Sobottka.

Vielleicht sind es einfach die Erfahrungen der Vorsaison, die ihn von den Ari Feratis und Robin Bormuths im Kader abheben. Der gebürtige Gelsenkirchener ist unter Trainer Friedhelm Funkel längst zu einer festen Größe im Team geworden. Dass er bei vielen Anhängern als eine der wichtigsten Figuren im Fortuna-Spiel gesehen und von ihnen gelobt wird, ist Sobottka nicht so wichtig. „Ich würde das nicht an einem Spieler festmachen. Alleine kann man nie gut aussehen. Es gibt noch zehn andere Spieler auf dem Platz. Wir funktionieren im Moment als Team gut“, sagt er. Ein Teamplayer also, wie ihn sich Trainer nur wünschen können.

Sobottka weiß, dass die Entwicklung der Mannschaft noch nicht am Ende ist: „Uns überrascht das nicht. Wir wissen alle, dass wir gute Kicker sind. Bisher haben wir es in fast allen Spielen auch geschafft, auf dem Platz umzusetzen. Klar, es gibt Ausnahmen wie das Spiel gegen Dresden. Auch gegen Hannover haben wir nicht alles richtig gemacht.“

Die 23 Punkte nach 14 Spielen seien dennoch eine Zwischenbilanz, mit der sich die kommenden Aufgaben gut angehen lassen. „Vergangene Saison haben wir uns manchmal ergeben, wenn der Gegner in Führung ging. Das ist in diesem Jahr anders.“

Vier Tore in 13 Pflichtspielen überraschen Sobottka selbst

Einen Aspekt in Sobottkas eigenem Spiel, den Trainer Funkel im Sommer als verbesserungswürdig angesprochen hatte, setzt dieser bereits ordentlich um. „Wir spielen ein anderes System als im vergangenen Jahr. Auch ich habe nun mehr Freiheiten. Ein bisschen erstaunt bin ich dennoch, dass ich schon vier Tore gemacht habe“, sagt Fortunas Nummer 31, der im Pokal in Rostock doppelt sowie gegen Bochum und in München traf.

Sobottka ist ein geerdeter Profi. Immer höflich, bescheiden und für einen 22-Jährigen mit bemerkenswert gescheiten Aussagen. Dies belegt auch seine Antwort auf die Frage, wie gut dem Team dieser Realitätssinn tut, da niemand in der Öffentlichkeit vom Aufstieg spricht. „Wir wissen, wo wir herkommen“, sagt Sobottka. „Wir hatten eine schwierige Saison hinter uns. Das darf man nicht vergessen. 23 Punkte zu haben, tut uns gut. In dieser Saison wollen wir früher mit der Abstiegszone nichts mehr zu tun haben.“ Wenn er weiterhin auch als Torschütze in Erscheinung tritt, wird Sobottka seinen persönlichen Beitrag dazu leisten. Wenngleich er selbst dann mit Sicherheit bescheiden bleiben würde.

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