Dimitrij Ovtcharov ist nach der Bekanntgabe des Vereinswechsels nun wieder in Form. Das will er auch beim „Top 12“ zeigen.

Dimitrij Ovtcharov gibt immer alles - hier bei den Olympischen Spielen in Peking 2008.
Dimitrij Ovtcharov gibt immer alles - hier bei den Olympischen Spielen in Peking 2008.

Dimitrij Ovtcharov gibt immer alles - hier bei den Olympischen Spielen in Peking 2008.

dpa

Dimitrij Ovtcharov gibt immer alles - hier bei den Olympischen Spielen in Peking 2008.

Düsseldorf. Borussias Tischtennis-Profi Dimitrij Ovtcharov meldete sich zurück aus der Krise mit dem ersten Final-Einzug seiner Karriere bei einem Pro-Tour-Turnier (Dänemark) sowie einer starken Vorstellung im Champions-League-Spiel der Borussia in Mailand. Am Samstag und Sonntag hat Ovtcharov mit Timo Boll beim "Europa Top 12"-Turnier in der Halle an der Karl-Hohmann-Straße ein Heimspiel.

Im WZ-Interview spricht der 20-Jährige über seinen Wechsel nach Charleroi im Sommer, die Gründe für seine Krise in den vergangenen Monaten und welche Rolle ein Video aus der gu- ten alten Zeit bei der Bewältigung spielt.

Herr Ovtcharov, wie kam es zur sportlichen Krise?

Ovtcharov: Da kamen viele Aspekte zusammen. Olympia stand seit Januar 2007 im Vordergrund. Dafür habe ich hart trainiert, bei jedem Turnier gut gespielt und bin in der Weltrangliste sehr weit nach vorne gekommen. Es hat alles geklappt, zuletzt Olympia-Silber mit der Mannschaft, danach ist alles wie eine Last von mir abgefallen. Es war wenig Zeit zur Vorbereitung, die Termine gab es Schlag auf Schlag und dazu neue Material-Regeln.

Was haben Sie gegen die schlechten Leistungen tun können?

Ovtcharov: Ab und zu habe ich mir Videos von den Spielen angeschaut, als ich noch besser war. Ab Herbst hatte ich mich auch gut gefühlt, konnte das aber irgendwie nicht umsetzen. Wenn man ein bisschen zweifelt, dann geht es schnell schief. Tischtennis ist eben eine Kopfsache.

Sind Sie denn jetzt raus aus diesem Leistungsloch?

Ovtcharov: Über den Erfolg beim Turnier in Dänemark bin ich unglaublich glücklich. Das macht mich optimistisch für das europäische Top-12-Turnier in Düsseldorf, die Pro-Tour-Turniere in Katar und Kuwait sowie für die Weltmeisterschaft. Vielleicht werde ich nicht immer so gut spielen wie in Dänemark, aber das Selbstvertrauen ist wieder da. Das sollte mir am Wochenende beim Top-12-Turnier helfen, meinen Viertelfinaleinzug vom vergangenen Jahr zu übertreffen.

"Am liebsten würde ich die Borussia als Champions-League-Sieger verlassen."

Und warum konnte die endgültige Entscheidung, im Sommer nach Charleroi zu wechseln, den Kopf nicht freimachen?

Im Jahr 2008 war Dimitrij Ovtcharov gerade 105 Tage in Düsseldorf. Das wird sich auch nach dem Wechsel zum belgischen Klub RV Charleroi kaum ändern. Der 20-Jährige plant den Kauf einer Wohnung in Düsseldorf, will im Tischtenniszentrum regelmäßig trainieren.

In Charleroi trifft der 20-Jährige den Tschechen Petr Korbel wieder, mit dem er vergangene Saison in Düsseldorf zusammen spielte. Dazu steht in Jean-Michel Saive ein weiterer Top-Spieler im Team, das den Gewinn der europäischen Champions League zum Ziel hat. Ovtcharov hat einen Vertrag für drei Jahre unterschrieben, kann von sich aus um zwei Jahre verlängern.

Ovtcharov: Natürlich waren die Verhandlungen auch belastend. Es ging um einen langen Vertrag, egal bei welchem Klub. Es ist eben selten positiv, wenn einen so eine große Entscheidung ständig begleitet.

Was hat den Ausschlag gegen die Borussia gegeben?

Ovtcharov: Nach vielen Gesprächen und vielen zu klärenden Details hatte ich mir eine Woche Bedenkzeit erbeten. Letztlich ist das Wichtigste die Anzahl der Spiele, die in Charleroi ungleich geringer ist. Bei Borussia muss ich 36 Begegnungen absolvieren, und weil Timo Boll hier schon weniger Einsätze vertraglich festgelegt hat, wäre das auch nicht anders möglich.

Wie stellen Sie sich denn Ihren Abschied von der Borussia vor?

Ovtcharov: Am liebsten als Champions-League-Sieger, denn nach Meistertitel und Pokalsieg im vergangenen Jahr hätte ich mit Düsseldorf alle drei Titel geholt. Aber da ist alles offen. Wichtig wird auch sein, dass wir was wiedergutmachen, nach unserem Versagen beim Pokal-Endturnier. Das war richtig schwach, gegen Bremen dürfen wir in der Besetzung nicht verlieren. Umso wichtiger ist es, dass es im Rennen um die Deutsche Meisterschaft für uns gut aussieht. Wenn wir als Erster in die Play-off-Runde kommen, haben wir einen großen Schritt gemacht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer