Mit dem enttäuschenden 27:32 in Berlin ist der Sturz ans Ende der Tabelle besiegelt.

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Auch Torhüter Matthias Puhle hatte in Berlin einen schwachen Tag erwischt.

Auch Torhüter Matthias Puhle hatte in Berlin einen schwachen Tag erwischt.

Christof Wolff

Auch Torhüter Matthias Puhle hatte in Berlin einen schwachen Tag erwischt.

An Ivan Zoubkoff lag es ganz sicher nicht. Der 32-jährige Franzose im Tor der HSG Düsseldorf wehrte sich nach Leibeskräften gegen die Niederlage, konnte mit seiner bisher besten Saisonleistung aber auch nichts gegen das 27:32 (10:20) bei den Füchsen Berlin ausrichten. Zoubkoff war für den verletzten Almantas Savonis in die Rolle des zweiten Torhüters geschlüpft. Der Litauer hingegen verfolgte an der Seite von Frank Flatten das Geschehen in der Max-Schmeling-Halle.

Die Fahrt vom Flughafen Tegel im Mannschaftsbus der Füchse war die letzte Bequemlichkeit, die die HSG-Handballer bei ihrer Stippvisite in der Bundeshauptstadt erlebten. Ab der ersten Spielminute wurde das Reiseprogramm ungemütlich. Denn da begannen die Füchse mit einem Offensivspektakel, durch das die gedanklich noch über den Wolken schwebenden Düsseldorfer völlig überrannt wurden. Die Reißleine zog Goran Suton, als es schon fast zu spät war. In der 10.Minute lag sein Team 4:9 zurück. "Leider dauert eine Auszeit im Handball nur eine Minute. Ich hätte wahrscheinlich drei gebraucht", sagte der Trainer.

Am enttäuschenden Bild, das die HSG abgab, änderte sich daher bis zum Ende der ersten 30Minuten nichts. Lediglich Zoubkoff, der zwei Minuten zuvor für den glücklosen Matthias Puhle zwischen die Pfosten gerückt war, sorgte für einen kurzen Lichtblick, als er mit einem gehaltenen Siebenmeter in der 16. Minute den Berliner Angriff zum ersten Mal überhaupt scheitern ließ. Zuvor hatte ausgerechnet Berlins Abwehrchef Stian Vatne per Gegenstoß für das zwischenzeitliche 11:5 gesorgt. "Wir haben nicht die nötige Aggressivität gezeigt", sagte Michael Hegemann. Die Abwehr, in den vergangenen Spielen noch der stärkste Part im HSG-Spiel, wies über weite Strecken erhebliche Lücken auf. "Deshalb haben wir auch keine Bälle bekommen. Dafür war es für uns im Angriff ein weiterer Schritt nach vorn", erklärte Hegemann.

Erst in den letzten zehn Minuten kann die HSG Boden gut machen

Diese Worte des Kapitäns bezogen sich auf die zweite Hälfte, als seine Mitspieler zumindest alles daran setzten, um den Schaden in Grenzen zu halten. Nikola Kedzo kam für den schwachen Andrej Kurtschew ins Spiel, der ungewohnt gehemmt wirkte. "Andrej kämpft gegen eine Formkrise, aber wir werden ihn noch brauchen", so Suton. Besonders in den letzten zehn Minuten, in denen es die HSG auf 7:3-Treffer brachte, konnten die restlichen Düsseldorfer Spieler Selbstvertrauen tanken. "Wir wollten das tun, was wir gut können, kämpfen und aggressiver agieren. Das ist uns gelungen", sagte der Trainer. Bauchschmerzen dürfte ihm der Düsseldorfer Absturz auf den letzten Tabellenplatz dennoch bereiten. Nach dem ersten Saisonsieg des TSVDormagen beim 31:26 gegen Melsungen reichten die Rheinländer schon am Samstag die "rote Laterne" an den Nachbarn weiter.

Füchse Berlin: Stochl (16 Paraden), Silvio Heinevetter (n.e.) - Vatne (1), Laen (6), Strand (9), Karason, Kubisztal, Richwien (3), Wilczynski (1/1), Schneider (2), Bult (5/2), Selin (2), Jaszka (3), Löffler

HSG Düsseldorf: Puhle (1. bis 8., 41. bis 60.; 8/1 Paraden), Zoubkoff (8. bis 41.; 8/2) - Berblinger (4/2), Kedzo (4), Hegemann (6), Ramota (1), Fölser (1), Kurchev, Kogut (3), Wernicke (3), Weiß (2), Asgeirsson (1), Sulc (2)

Schiedsrichter: Colin Hartmann (Magdeburg) und Stefan Schneider (Irxleben)

Zeitstrafen: Füchse: 6 - HSG: 14

Siebenmeter: Füchse: 6/3 - HSG: 2/2

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