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Und noch ein Treffer: Die HSG ließ den Gegnern aus dem Bergischen keine Chance.

Und noch ein Treffer: Die HSG ließ den Gegnern aus dem Bergischen keine Chance.

Christof Wolff

Und noch ein Treffer: Die HSG ließ den Gegnern aus dem Bergischen keine Chance.

Düsseldorf. "So spielt ein Aufsteiger" - Die HSG Düsseldorf bot Handball vom Feinsten und deklassierte im Spitzenspiel der 2. Bundesliga den Bergischen HC mit 35:24 (19:8). Mit nun zehn Punkten Vorsprung vor dem BHC auf Ranh zwei ist der Spitzenreiter kaum noch einzuholen. Jubelnd ballte Patrick Fölser nach dem Schlusspfiff die Faust in Richtung Publikum, die Mannschaft tanzte ausgelassen den "Sieger-Sirtaki und anschließend die "Gewinner-Humba" für die Fans.

Die 3128 Zuschauer in der Halle sahen zuvor die beste Saisonleistung der HSG, bei der wirklich alles klappte. Es war nicht die Show eines einzelnen Feldspielers, sondern eine Mannschaftsleistung der besonderen Art, bei der ein Rädchen ins andere Griff. Und natürlich beste Werbung für den Handball in Düsseldorf. Trotzdem muss ein Akteur besonders herausgehoben werden.

Matthias Puhle im Tor des Tabellenführers bot eine Top-Leistung. Am Ende hatte der 23-Jährige 20 Paraden zu Buche stehen, eine schöner als die andere. "Ich versuche mich in jedem Spiel eng mit der Abwehr abzusprechen", sagte der Mann des Tages. "Aber das war heute gar nicht nötig. Ich konnte mich blind auf meine Torwartecke konzentrieren."

Georgi Swiridenko hatte nichts auszusetzen. "Wir haben den Grundstein in der Abwehr gelegt mit einem starken Matthias Puhle im Tor. Die erste Hälfte war fast perfekt", sagte der Trainer. "Wir waren vor dem BHC gewarnt und wussten, dass der Gegner einen hohen Rückstand aufholen kann. Entsprechend konzentriert waren wir auch in der zweiten Hälfte."

Der Rückraum des Bergischen HC biss sich an Puhle die Zähne aus, ob Jiri Vitek oder Kenneth Klev auf den Halb-Positionen oder auch Sebastian Hinze am Kreis. Die Variante von Trainer Georgi Swiridenko mit einem vorgezogenen Deckungsspieler (Marcel Wernicke) ging voll und ganz auf. Die Laufwege der BHC-Angreifer wurden konsequent eingeschränkt. Im Angriff lief die HSG-Maschinerie von Beginn an auf Hochtouren.

Tor: Puhle (bis 47. Minute, 20 Paraden), Savonis (ab 48. Minute, 4 Paraden); Feld: Heinrichs (2), Berblinger (6/4), Ramota, Fölser (5), Novickis (4), Kurtschew (5), Kogut (3), Wernicke (4), von Gruchalla (1), Sulc (4), Asgeirsson (1)

Tor: Huhnstock (1.-10. und 31.-60. Minute, 8/1 Paraden), Hannawald (10.-30., 0 Paraden); Feld: Fuchs, Nippes (5), Hoße, Vitek (3), Hinze (1), Klev (2), Quade, Kluge, Duin (3), Oelze (7/6), Aschenbroich, Reinarz (3)

Pritschow/Pritschow (Stuttgart)

3128

HSG: 14; BHC: 16

Schon in der 13.Minute (3:8) nahm Gästetrainer Raimo Wilde, wohlwissend, dass seine Mannschaft kein ebenbürtiger Gegner war. "In der ersten Hälfte haben wir katastrophal gespielt. Außerdem war die Leistung der Schiedsrichter peinlich." Das spielte hinterher auch keine Rolle mehr, denn bei der HSG hieß es auch "jeder Wurf ein Treffer", Chrischa Hannawald und Mario Huhnstock im BHC-Tor hielten so gut wie nichts

"Wir haben uns den Respekt, den der BHC im Laufe der Partie vor uns hatte, hart erarbeitet. Defensiv waren wir sehr aggressiv, und im Angriff haben wir die nötige Ruhe behalten", sagte Abwehrstratege Max Ramota. "Wir haben endlich vor großer Kulisse gezeigt, dass wir tollen Handball spielen können. Wenn es so weitergeht, brauchen wir vor der ersten Liga keine Angst haben." Und dass das Handball-Oberhaus ab der kommenden Saison Realität ist, bezweifelt nach der Gala gegen den Bergischen HC niemand mehr. Auch nicht BHC-Manager Stefan Adam, der Düsseldorfs Manager Frank Flatten schon mal zum Aufstieg gratulierte.

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