Frank Flatten sucht jemanden, der richtig in den Verein investiert. Mittelmäßigkeit reicht dem Manager der HSG Düsseldorf nicht.

Frank Flatten ist ein sehr engagierter Handball-Manager.
Frank Flatten ist ein sehr engagierter Handball-Manager.

Frank Flatten ist ein sehr engagierter Handball-Manager.

Wolff

Frank Flatten ist ein sehr engagierter Handball-Manager.

Düsseldorf. Frank Flatten ist ein Mensch, der begeistern kann und offen ist für neue Ideen. Der Manager des Handball-Zweitligisten HSG Düsseldorf hat Visionen, die mit dem Aufstieg in die Bundesliga noch längst nicht beendet sind. Wir sprachen mit Frank Flatten und wollten wissen, wohin der Weg der HSG führen wird.

WZ: Herr Flatten, wie groß ist die Freude über den klaren Vorsprung als Tabellenführer in der 2. Liga?

Frank Flatten: Wir sind derzeit da, wo wir hin wollten. Sportlich sind wir mit fünf Punkten Vorsprung zufrieden. Es hätten aber auch sechs oder sieben Punkte Abstand zum Verfolgerfeld sein können, weil dazu genügend Potenzial in der Mannschaft wäre. Vladas Novickis kann beispielsweise durchaus mehr. Allerdings sind auch einige Spieler durch ihre Belastung durch Verein und Nationalmannschaft sehr beansprucht.

Es gab Irritationen wegen des Trainingsauftaktes. Ist das jetzt geregelt?

Flatten: Ja, wir haben jetzt eine Lösung gefunden. Der Trainingsstart wird am 12. Januar sein. Dafür haben wir aber in den drei Wochen Vorbereitung drei zusätzliche Einheiten angesetzt.

Sind Sie erneut als Beobachter bei der Handball-WM dabei?

Flatten: Als Leistungssportbeauftragter der Liga bin ich als Beobachter in Kroatien vor Ort. In meinem Kalender sind einige interessante Spiele vor allem ohne deutsche Beteiligung dick unterstrichen. Über die Kontakte meines Netzwerkes weiß ich, wo auch für die HSG interessante Spieler auflaufen werden.

Ist der Verein an Sergio Casanova von Tusem Essen und Peter Kukucka aus Nordhorn interessiert?

Flatten: Ein Casanova bringt uns nicht weiter, Kuckuka wäre tatsächlich ein interessanter Spieler. Wir sind zwar bereits in der Planung, wollen aber erst auch mit unseren Spielern sprechen.

Wie will die HSG überhaupt im Aufstiegsfall personell reagieren?

Flatten: Wenn wir Planungssicherheit haben, werden wir richtig aktiv. Mittelfristig verfolgen wir ohnehin ein anderes Ziel als nur den Klassenerhalt in der Bundesliga. Dazu muss aber der Etat über zwei Millionen Euro liegen. Wenn die Perspektiven da sind, können wir schon die eine oder andere Option ziehen, um weiter nach vorne zu kommen.

Ist der Namen der HSG denn so gut, dass starke Spieler nach Düsseldorf kommen wollen?

Flatten: Ja, die HSG verfügt über einen guten Namen. Wir haben viel gestemmt und erreicht in den vergangenen Jahren.

Steckt der Handball allgemein nicht in einer Krise, wenn man sieht wie Essen und Stralsund wirtschaftlich am Tropf hängen?

Flatten: Man muss vorsichtig sein, um eine Überhitzung der Stimmung zu vermeiden. Viele haben den Handball noch überschätzt, wie Gummersbach, das mit 4000 Zuschauern in die KölnArena geht. Aber der Zuschauerrekord im Oberhaus zeigt auch, dass vieles sehr positiv läuft. Handball hat sich an Eishockey und Basketball in der Zuschauergunst vorbeigeschoben. Vielleicht auch, weil Handball eine gelernte Sportart mit klaren Regeln und Abläufen ist. Und wenn die deutsche Mannschaft bei der WM das Halbfinale erreicht, könnte es sogar noch weiter nach oben gehen.

Man spürt ihre Visionen. Lassen sich diese in Düsseldorf umsetzen?

Flatten: Wir führen einige Gespräche. Bislang haben wir immer in Spieler und noch wenig ins Marketing investiert. Da befinden wir uns in der Aufbauarbeit. Ich habe einige Ideen, mit denen man etwas bewegen kann. Es wäre ideal, wenn wir jemanden finden, der richtig in uns investiert.

Es scheint, als wäre der Aufstieg ein Selbstläufer. Der Vertrag des Trainers läuft im Juni aus. Ist er automatisch für die kommende Saison gesetzt?

Flatten: Wir sollten uns nicht zu sicher fühlen. Niederlagen gegen den Bergischen HC oder Willstädt würden unseren Vorsprung schmelzen lassen. Der Trainer hat den sportlichen Erfolg, also hat Georgi Sviridenko eine gute Ausgangsposition. Natürlich gibt es Dinge, die die Vereinsführung kritisch sieht. Eines kann ich sagen: Ein weiteres Jahr 2. Liga mit Sviridenko wird es nicht geben, da sich sonst seine gleichzeitige Arbeit als Trainer Weißrusslands durch Terminüberschneidungen nicht realisieren ließe.

Wollen die Rhein Neckar Löwen ihr Heimrecht im Pokal nicht doch mit der HSG tauschen?

Flatten: Ich werde Manager Theo Storm mal fragen. Nein, die Chance ist nicht sehr groß. Die möchten kein Risiko eingehen.

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