Die Oldenburger Lehrstunde lässt den Headcoach der Düsseldorf Giants kalt. Aber das ist nur ein oberflächlicher Eindruck.

Düsseldorf. Achim Kuczmann ist ein erfahrener Trainer. Und ein netter Mensch ist der Diplom-Sportlehrer auch. Kuczmann ist einer, der auf seine Profis nichts kommen lässt.

Auch wenn sie vom Deutschen Meister vorgeführt worden sind. "Basketball ist nun einmal so, wir haben den Korb nicht getroffen, aber wir werfen ja schließlich nicht absichtlich daneben."

Hört sich korrekt an, welcher Profi wirft den Ball schon lieber neben den Korb als in ihn hinein. Auch die Frage, ob er denn mit dem kämpferischen Einsatz seiner Mannschaft gegen die Baskets aus Oldenburg zufrieden gewesen sei, beantwortet Kuczmann ohne zu Zögern mit: "Ja, uneingeschränkt. Und wer in der Lage ist, eine Basketball-Statistik zu lesen, sieht, dass wir in den Rebounds den Oldenburgern sogar überlegen waren." Nun gut.

51:75 verloren die Giants gegen die Baskets. Und nach der Hälfte der Spielzeit hatte es 17:44 gestanden. "Wenn man in 20 Minuten nur 17 Punkte erzielt, ist es schwer, zurückzukommen", analysiert Kuczmann. Die Trefferquote der Giants lag im ersten Durchgang bei unterirdischen 20Prozent, was manchen Kritiker von einer "Demütigung" sprechen ließ.

Achim Kuczmann sieht das anders. Zumindest öffentlich sieht er es anders. Innendrin schaut es bei ihm wiederum ganz anders aus, aber das muss keiner wissen. Dafür ist nach dem Spiel keine Zeit und kein Ort. Im Training wird er seinen Leuten zeigen, was nicht stimmt. Und was verbessert werden muss, wenn man in dieser Saison nicht doch noch eine unliebsame Überraschung erleben will.

Die Situation ist nicht einfach, das weiß auch der Trainer der Giants

Die Situation der Giants ist nicht einfach. Das weiß auch der Trainer. Artig gratuliert er seinem Gegenüber Predrag Krunic zu einem "verdienten Sieg" der Oldenburger. Gar keine Frage. Vorgeführt haben sie die Giants.

Und wenn sie am Ende nicht zurückgeschaltet hätten, es wäre tatsächlich ein Debakel für Düsseldorf geworden. Kuczmann zieht sich auf die bessere Reboundstatistik und auf das bessere Punktekonto im dritten und vierten Viertel (34:31) zurück.

Und argumentiert damit, dass für Pessimismus in Düsseldorf kein Platz sein darf. Im nächsten Spiel bei den Walter Tigers in Tübingen wollenh Kuczmanns Giants besser aussehen. Tübingen zählt zu den Mannschaften, die die Giants schlagen müssen.

Das würde Kuczmann wiederum öffentlich auch nicht sagen. Aber erwarten möchte er es schon, weil es sonst doch noch ungemütlich werden könnte in der Bundesliga.

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