Der Bundesligist muss sich auf den Klassenerhalt konzentrieren.

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Brendan Winters spielt zu schwankend.

Brendan Winters spielt zu schwankend.

Lange

Brendan Winters spielt zu schwankend.

Düsseldorf. Mittlerweile ist es auch in der Chef-Etage der Giants Düsseldorf angekommen: In einer offiziellen Erklärung nach dem 62:78-Debakel des Basketball-Bundesligisten gegen Trier spricht Geschäftsführer Claudio di Padova davon, dass "spätestens jetzt der Kampf um den Klassenerhalt" begonnen habe und gemeinsam mit den Gesellschaftern der GmbH nehme man nun in persönlichen Gesprächen vor allem das Team in die Pflicht: "Es muss sich was ändern." Die Giants sind Viertletzter mit zwei Zählern Vorsprung auf den Letzten und vier Rückstand auf die Play-off-Ränge. Aber wie konnte es soweit kommen?

Keine Geschlossenheit

Es schien - auch für den engen finanziellen Rahmen - ein Vorteil zu sein, dass neun Spieler geblieben sind. Für die Stimmung untereinander ist das sicher prima, auch die Zugänge fügten sich menschlich gut ein. Aber von konstanter mannschaftlicher Geschlossenheit war zu selten etwas auf dem Feld zu sehen. Vielmehr scheinen die Düsseldorfer leichter ausrechenbarer zu sein.

Mangelnde Nervenstärke

Erst im fünften Verlängerungsspiel gelang der erste "Overtime"-Sieg der Saison. Den vielen knappen Niederlagen, bei denen bis zum Schluss alles drin war, stehen nur zwei "Last-Minute-Siege" gegen Bonn und Braunschweig gegenüber.

Leistungsträger spielen unter Form

Vor allem von Brendan Winters, Zack Whiting und Marc Antonio Carter waren konstantere Trefferquoten im Angriff erwartet worden. Bestes Beispiel: Winters schießt Paderborn (90:70) mit 30 Zählern fast alleine ab, trifft wenige Tage später in Quakenbrück (65:83) nicht ein einziges Mal. Auch Nationalspieler und Defensivspezialist Gordon Geib läuft seiner Form hinterher.

Dünne Personaldecke

Fällt ein Leistungsträger wie Brant Bailey - wie vor Weihnachten - verletzt aus, wird die dünne Spielerdecke direkt deutlich. Wenigstens haben sich die Zugänge Bobby Walker und Jonathan Cox als tauglich erwiesen, ohne aber wirklich zu glänzen. Bei den drei deutschen Nachwuchsspieler reicht es noch zu selten für echte Akzente. Da können die Giants noch von Glück sagen, dass Koko Archibongs Verpflichtung möglich gemacht wurde. Archibong ist mit 13,5 Punkten und 6,6 Rebounds pro Spiel mit Abstand bester Giant in dieser Saison.

Heimspiele sind keine Garantie

Der Einsatz von Koko Archibong am Freitag in Göttingen (19.30 Uhr) ist wegen seiner Verletzung an der rechten Hand fraglich. Doppelt bitter: Auch eine Teilnahme des einzig nominierten Düsseldorfers beim "Allstar-Tag" der Basketball-Bundesliga am Samstag in Bonn wäre dann nicht möglich.

Nach dem durch die Spielplan-Verschiebungen verwirrenden Saisonstart wurde die Heimstärke als probater Weg aus der Krise genannt. Doch mit der jüngsten Pleite gegen Trier gingen fünf der zehn Spiele auf eigenem Parkett verloren. Auswärts ist es noch gruseliger: ein Sieg, acht Niederlagen. Die Stimmung ist eigentlich immer prächtig, ein Schnitt von bisher 2401 im schweren zweiten Jahr in neuer Heimat ist beachtlich (Vorjahr: 2354). Die Giants sollten hoffen, dass der Misserfolg die Fans nicht vertreibt.

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