Sportlich und wirtschaftlich werden die Weichen gestellt.

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Cem Karasu kämpft, dass die Giants ein langfristiges Projekt sind.

Cem Karasu kämpft, dass die Giants ein langfristiges Projekt sind.

m.g.

Cem Karasu kämpft, dass die Giants ein langfristiges Projekt sind.

Düsseldorf. Diese Treffen irgendwann um zwei Uhr nachts, am Rhein in Benrath, die sind Cem Karasu am liebsten. Denn dann kann der Marketing-Experte ganz in Ruhe mit Giants-Trainer und -Geschäftsführer Murat Didin die Dinge besprechen.

„Im Moment kann der Tag einfach nicht genügend Stunden haben“, sagt Karasu, den Didin im August mit ins Boot beim Basketball-Zweitligisten holte. Seitdem hat sich der gebürtige Deutsche kaum mit seiner eigentlichen Kernkompetenz, dem Marketing, einbringen können. Zu viele Brände mussten im Umfeld gelöscht werden.

Didin ist weiterhin in der Türkei auf der Suche nach Sponsoren

Die größte Krise finanzieller und organisatorischer Art bewältigten die Giants mit Didin und Karasu im November und Dezember. Die „schlimmste Zeit“ sagt Karasu dazu. Jetzt könne sich aber so allmählich alles wieder auf das Sportliche konzentrieren, auch wenn das nicht immer zu gelingen scheint.

So flog Didin ausgerechnet vor dem Duell mit dem Tabellenführer Mitteldeutscher BC in dieser Woche nach Istanbul, um ein türkisches „Energy-Drink“-Unternehmen als mittelgroßen Sponsor (etwa 200 000 Euro) gewinnen zu können.

Ausgerechnet vor dem Spiel gegen den vor der Saison vermeintlich härtesten Konkurrenten sieht der Trainer sein Team nur in maximal zwei Übungseinheiten. Erst die Zukunft sichern, dann Basketball spielen. So lautet die eigentlich logische, aber aufgrund Didins Ämterhäufung durchaus kritische Reihenfolge.

Giants wollen zeigen, dass sie gegen ein Spitzenteam bestehen können

Das Duell der BBL-Absteiger bezeichnen die Gastgeber selbst als „Spiel des Jahres“. Vor allem deshalb, weil sie sich selbst beweisen wollen, mit dem Spitzenreiter mithalten zu können, der als Top-Favorit in die Play-offs um die zwei Aufstiegsplätze geht. Ein Sieg gegen die Wölfe ist fast schon Pflicht, die Düsseldorfer haben als Sechster gerade einmal zwei Punkte Vorsprung auf den Zwölftplatzierten.
 

Von den verletzten Spielern wie Aubrey Reese und Philipp Friedel kommt keiner zurück ins Team, und die Mannschaft sei nicht nur nach der Niederlage vergangene Woche bei Außenseiter USC Heidelberg (75:79) „heiß“ auf das Spiel am Sonntag (16.30 Uhr) – auch angesichts des geschmolzenen Vorsprungs des Tabellensechsten auf die Nicht-Play-off-Plätze bei nur noch sechs ausstehenden Spielen.

Cem Karasu, der parallel seine Marketing-Agentur mit 24 Mitarbeitern führt, pflichtet Didin bei: „Das Hinspiel haben wir mit nur einem Korb verloren. Die Mannschaft hat gemerkt, dass sie den MBC schlagen kann und will es im Heimspiel unter Beweis stellen.“

Und wenn es nicht klappt mit der Rückkehr in die Basketball-Bundesliga? „Dann geht es mit den Giants weiter. Dann werden wir eben im zweiten Zweitliga-Jahr den Aufstieg anpeilen“, sagt Cem Karasu. So viel Optimismus hat ihm Murat Didin in der knapp ein Jahr währenden Bekanntschaft schon mitgegeben. Denn Karasu weiß: „Murat glaubt an das, was er tut, er gibt nie auf und ist überzeugt davon, dass Profi-Basketball in Düsseldorf nicht nur ein kurzfristiges Projekt ist.“

© WhatsBroadcast

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