Bundesligist Giants Düsseldorf verliert trotz toller Aufholjagd in Bonn. Der „Neue“ vergibt die Sensation.

Eric Taylor liegt gefoult auf dem Boden. Der neue Spieler der Giants, hier im Duell mit dem Bonner Chris Ensminger, hatte es sogar in Hand, die Giants zum Sieg zu werfen.
Eric Taylor liegt gefoult auf dem Boden. Der neue Spieler der Giants, hier im Duell mit dem Bonner Chris Ensminger, hatte es sogar in Hand, die Giants zum Sieg zu werfen.

Eric Taylor liegt gefoult auf dem Boden. Der neue Spieler der Giants, hier im Duell mit dem Bonner Chris Ensminger, hatte es sogar in Hand, die Giants zum Sieg zu werfen.

Norbert Ittermann

Eric Taylor liegt gefoult auf dem Boden. Der neue Spieler der Giants, hier im Duell mit dem Bonner Chris Ensminger, hatte es sogar in Hand, die Giants zum Sieg zu werfen.

Bonn. Achim Kuczmann hatte davor gewarnt, von seinem Zugang Eric Taylor bei der Premiere gleich Wunderdinge zu erwarten. Vielmehr hatte der Giants-Trainer seine Mannschaft in die Pflicht genommen, und die "Giganten" hätten die Sensation tatsächlich beinahe geschafft. Denkbar knapp mit 52:54 (24:39) unterlagen sie dem Zweiten der Basketball-Bundesliga, den Baskets Bonn.

So knapp, dass der Trainer der favorisierten Gastgeber, Michael Koch, mehr als einmal durchatmen musste: "Das war ein Spiel mit zwei absolut unterschiedlichen Hälften. Ich habe noch nie erlebt, dass mein Team trotz eines Sieges so deprimiert in der Kabine gesessen hat." Schließlich kämpft Kuczmann mit seinen Jungs gegen den Abstieg, Vizemeister Bonn will endlich die erste Meisterschaft holen und ist Klassenprimus Berlin auf den Fersen.

Entsprechend hoch war die Leistung der Giants einzuschätzen. Das Bedauerliche: Die Gäste hatten den letzten Angriff, hätten mit einem Wurf aus kurzer Distanz die Verlängerung erzwingen oder mit einem "Dreier" sogar siegen können. Doch ausgerechnet Taylor verwarf den aus der Not geborenen Distanzwurf, so dass die Bonner nach 40 umkämpften Minuten den glücklichen Heimsieg mit ihren Fans feiern konnten.

Dabei durften sie sich nicht damit entschuldigen, dass sie vom Einsatz Brant Baileys überrascht gewesen zu sein, der am Ende neben Koko Archibong mit je 14Treffern erfolgreichster Werfer der Gäste war. Erst kurz vor Ende des Abschlusstrainings am Freitagabend war die Nachricht in Bonn angekommen, dass die Sperre für Bailey von drei auf ein Spiel reduziert worden war und er mitwirken durfte.

Mit einer Serie von 21:2 Punkten gleichen die Giants aus

Diese Überraschung schien den Giants indes erst nichts zu nutzen: Bonn startete furios in die Begegnung, lag bis zur 26. Minute gar mit 19 Zählern vorne. Tim Ohlbrecht hatte gerade das 45:26 erzielt, war am Ende mit 17Punkten bester Bonner, als die Gäste ihre Aufholjagd starteten. Je mehr Kuczmanns Team gelang, umso mehr verkrampften die Baskets. Fünf Minuten blieb Bonn ohne Korberfolg, in der 35. Minute schloss Bailey mit einem "Dreier" einen 21:2-Lauf ab, erzielte den Ausgleich zum 47:47.

Bonn Baskets:
Taylor (6 Punkte/1 Rebound), Ensminger (6/5), Strasser (2/3), King (0/1), Bowler (7/2), Jordan (2/8), Kolodziejski (6/3), Flomo (4/3), Ohlbrecht (17/6), Dupree (4/3)

Giants:
Winters (3/2), Geib (2/2), Archibong (14/2), Carter (10/2), Bailey (14/3), Walker (5/5), Whiting (0/0), Cox (0/4), Taylor (1/5), Goddek (3/0)

Zuschauer: 5310

Wurfquote: Bonn 22 v. 52 (42,3 Prozent) - Düsseldorf 18 v. 56 (32,1)

Rebounds: 41:30

Fouls: 19:17

Es war das packende Rhein-Derby geworden, das sich Zuschauer und Mitwirkende erhofft hatten. Dennoch reichte es nicht zu mehr für die Giants, das bedauerte auch Trainer Achim Kuczmann. "Ich bin stolz auf meine Mannschaft, dass sie nach 19 Punkten Rückstand so zurückgekommen ist. Letztlich haben beim Stand von 47:47 zwei wichtige Körbe für Bonn den Ausschlag gegeben." Man könne sich aber "nichts davon kaufen, dass wir Bonn in deren eigener Halle bei 54 Punkten gehalten haben".

Dass ausgerechnet Taylor den letzten Wurf genommen hatte, wollte er ihm so wenig vorwerfen wie er vorher "Wunderdinge" erwartet hatte. Taylor habe der Verteidigung viel Stabilität gegeben und Bälle in der Offensive geholt. Das kann er am Freitag vor eigenem Publikum wiederholen - dann ist Aufsteiger Mitteldeutscher BC zu Gast (19.30 Uhr).

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