Giants Für Trainer Murat Didin ist der heutige Gegner Göttingen Vorbild – und kaum zu besiegen.

Es ist eine Mischung aus Neid, Bewunderung und Tatendrang, die Giants-Trainer Murat Didin beim Blick auf den heutigen Gegner erfüllt: Gastgeber BG Göttingen (19.30 Uhr, Lokhalle) ist für den Trainer der Gäste aus Düsseldorf das Paradebeispiel im deutschen Basketball, wie es ein Klub mit überschaubarem Budget ganz nach oben schaffen kann. Die Göttinger waren vor drei Jahren - unter anderem über Duelle mit dem damaligen Düsseldorfer Zweitligisten Magics - aufgestiegen, hatten den Klassenerhalt geschafft und sich in der BBL etabliert. Im Sommer holten sie einen der Europapokale, die "Euro-Challenge". Gerne würde Didin mit seinen Giants einen ebensolchen Weg einschlagen. Doch nach vier Niederlagen in vier Saisonspielen sieht es nicht danach aus.

Die unerfahrenen Spieler sind nun auch in der Bundesliga gefordert

Didin lässt sogar durchblicken, dass er heute Abend mit der fünften Pleite rechnet: "In der Lok-Halle wird es schwer. Wir müssen schon eine hohe Intensität entwickeln, um mithalten zu können." In den vergangenen Spielen gelang das lediglich ansatzweise, in der wichtigsten Phase - meist im vierten Viertel - kam der entscheidende Einbruch. Das sei keine Konditionsfrage, sagt Didin, vielmehr müsse "mehr von der Bank kommen". Die Anforderungen an Tempo und Athletik haben sich in den vergangenen Jahren in der BBL so sehr gesteigert, dass eine kleine Rotation von vielleicht sechs oder sieben Spielern eben nicht mehr ausreiche. Didin nimmt damit vor allem den "Nachwuchs" in die Pflicht, also die vom US-College gekommenen Akteure wie Jamie Jones und Dorian McDaniel oder Patrick Wischnewski, der ebenfalls noch keine BBL-Erfahrung hat. "Es ist für alle ein Lernprozess, aber der muss eben deutlich schneller ablaufen als bisher", sagt Murat Didin, der am Montagmorgen den Akteuren mit der bisher meisten Spielzeit Massage und Sauna gönnte. Der Rest musste zum Krafttraining. Am Nachmittag trainierten dann alle anderthalb Stunden zusammen. Gestern Mittag ging es nach Vormittagstraining und dem Essen beim Italiener schon in Richtung Göttingen.

Die Göttinger sind durch das 80:68 gegen Oldenburg nach zuvor drei Niederlagen wieder in der Erfolgsspur. Größte Probleme dürfte den Giants machen, dass die Göttinger Akteure ausgeglichen punkten. Sechs bis sieben Göttinger sind regelmäßig für zweistellige Punktezahlen gut. Zudem werfen sie sehr gefährlich von der Dreipunkte-Linie, teilweise mit Erfolgsquoten von bis zu 50 Prozent.

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