Trainer Murat Didin hält einen Sieg gegen Ludwigsburg für Giganten-Pflicht, hofft auf Fans – und noch immer auf einen Center.

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Ransford Brempong ist eine feste Größe bei den Giants.

Ransford Brempong ist eine feste Größe bei den Giants.

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Ransford Brempong ist eine feste Größe bei den Giants.

Düsseldorf. Die Bonner Spieler erschienen groß und hoch wie Türme. Ob es Ransford Brempong oder auch Joe Buck versuchte – unter dem Korb ging in der Offensive bei den Giants Düsseldorf bei der jüngsten 58:73-Niederlage bei den Telekom Baskets nicht viel. Die Feststellung ist so alt wie zäh: Die Center-Qualitäten der Düsseldorfer sind unterentwickelt.

Es ist eine der großen Aufgaben, die der Giants-Trainer Murat Didin langsam lösen muss: Wollen die Düsseldorfer nicht ein weiteres Mal sportlich absteigen, muss ein groß gewachsener Center her. Einer, der die Probleme löst, „wenn andere Spieler nicht mehr weiter wissen“, wie Didin es sagt. Noch ist der Aufwand, den die Giants betreiben müssen, zu hoch.

„Wir bräuchten die Lösung eigentlich schon gestern“

Der türkische Trainer ist guter Hoffnung, neue Geldgeber an Land zu ziehen, die die traditionell teure Verpflichtung eines solchen Spielers noch in dieser Saison möglich machen würden. „Aber man weiß nie genau, wie lange das dauert“, sagt Didin. „Wir arbeiten daran.“ Menschen aus der Wirtschaft hätten die Nöte des Sports nicht immer auf dem Plan. „Wir bräuchten die Lösung eigentlich schon gestern“, sagt Didin.

Am Sonntag im Reisholzer Castello gegen EnBW Ludwigsburg (17 Uhr) werden die vorhandenen Düsseldorfer Spieler ihre Probleme allein lösen müssen. Ludwigsburg ist derzeit Tabellenzehnter, hat vier Mal in Folge gewonnen und sich dadurch bei nun sieben Siegen etwas Luft verschafft.

Die fehlt den Düsseldorfern freilich. Der Druck ist groß, das Team der blauen Giganten ist Tabellenletzter, hat erst zwei Siege auf dem Konto. Heimspiele gegen Teams aus der zweiten Tabellenhälfte sind in einer solchen Situation wie Berge, die man mit aller Macht überqueren muss. „Wir müssen das jetzt zu Hause schaffen“, sagt Didin. „Es ist ein sehr wichtiges Spiel.“ Zwei wichtige folgen danach: Am zweiten Weihnachtstag geht es zum Kellerkind Ulm, am 29. Dezember zum Tabellenvorletzten Bayreuth.

Diese Saison ist eine Art Zwischenspielzeit

Der 55-jährige Didin weiß diese Saison richtig einzuschätzen. Es geht darum, die Stadt Düsseldorf und ihre Bürger für diese Mannschaft zu begeistern – und das bei kleinem Etat. Es ist eine Art Zwischensaison.

„In dieser Saison müssen wir eine Marke aufbauen“, sagt Didin. Gelingt ihm das, kommt Geld rein, kann er früh planen und ein sportlich besseres Team aufbauen. Seine Pläne sind groß, die Gegenwart ist noch klein. Spiele wie gegen Ludwigsburg sind die Gelegenheit, die Gegenwart für einen Moment größer wirken und somit das Ganze langsam wachsen zu lassen.

Didin hofft am Sonntag in der Halle „auf die Energie dieser Stadt“. Und sagt zu den Anwesenden mit dem ihm eigenen verschmitzten Lächeln: „Bringen Sie Ihren Nachbarn mit.“

Der Schlüssel zum Erfolg liege gegen Ludwigsburg in der Defensive, weil die Gäste offensiv variabel spielen, ohne den Mann in ihren Reihen zu wissen, den auch die Düsseldorfer suchen: Einen Center, der die Probleme weit oben löst, dort, wo andere gar nicht stattfinden. Und Probleme, die gibt es genug.

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