Der bisherige Trainer und Geschäftsführer Murat Didin will sich nur noch beratend engagieren. Der Giants e.V. soll sich nach einem ProB-Start erkundigt haben.

Murat Didin will im Düsseldorfer Basketball kein Amt mehr übernehmen.
Murat Didin will im Düsseldorfer Basketball kein Amt mehr übernehmen.

Murat Didin will im Düsseldorfer Basketball kein Amt mehr übernehmen.

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Murat Didin will im Düsseldorfer Basketball kein Amt mehr übernehmen.

Düsseldorf. Murat Didin wird den Düsseldorfer Basketball nicht mehr als Amtsträger unterstützen. Das erklärte der bisherige Trainer und Geschäftsführer des Basketball-Zweitligisten Düsseldorf Baskets exklusiv gegenüber der WZ.

Der Türke will sich in Zukunft nur noch beratend engagieren: „Nach wie vor sollte es das Ziel sein, eine professionelle Basketball-Organisation in Düsseldorf zu etablieren – mit einer entsprechenden Basis- und Jugendarbeit.“ Seine Motivation dafür schöpft Murat Didin vor allem aus seiner Familie, sein Sohn Ahmet ist in Düsseldorf mittlerweile verwurzelt, spielt hier selbst aktiv Basketball.

Vor dreieinhalb Jahren war Didin nach Düsseldorf gekommen, hielt vor allem mit persönlichem Engagement die damaligen „Giants Düsseldorf“ (hatten 2008/09 die Bundesligalizenz aus Leverkusen mitgebracht) ein weiteres Jahr in der Bundesliga am Leben. Nach dem Abstieg klappte es mit dem wirtschaftlichen Wiederaufbau in der 2. Liga nicht wie erhofft, auch wenn es sportlich aufwärts gegangen war.

Nach der Qualifikation für die Basketball-Bundesliga im vergangenen Jahr waren die Baskets bis zur letzten Instanz gegangen, um gegen die Lizenzverweigerung kämpfen. Letztlich hatten sie in der Verhandlung vor dem BBL-Schiedsgericht einen Rückzieher gemacht.

Wenige Wochen später verweigerte auch die „Junge Liga GmbH“ die Spielerlaubnis für die 2. Bundesliga „ProA“, weil „eine Vielzahl von Auflagen“, der zuvor unter diversen Bedingungen erteilten Lizenz, verletzt worden war. Nach einer Einigung mit der „Junge Liga GmbH“ (DJL) akzeptierten die Baskets die Entscheidung und standen als erster sportlicher Absteiger in die „ProB“ der Saison 2014/2015 fest.

Bei der Liga gibt es seit September keinen Kontakt zu den Baskets

Zur Saison 2008/09 zieht Bundesligist Leverkusen nach Düsseldorf um, die „Giants Düsseldorf“ übernehmen die BBL-Lizenz. Nach zwei Jahren, am 5. Mai 2010, meldet die GmbH Insolvenz an. Murat Didin kommt als Trainer und Sponsorenbeschaffer, gründet mit einigen Mitstreitern eine neue Spielbetriebs-GmbH und ermöglicht ein drittes Jahr Bundesligabasketball für die „Giants“.

Nach dem Abstieg startet das Team 2011/12 in der „ProA“, für die folgende Saison wird die Lizenz erst nach einem Rechtsstreit zwischen Giants und Ligaführung erteilt. Namenssponsor Gloria steigt vor der Saison aus, das Team erreicht als „Düsseldorf Baskets“ das Finale um die „ProA“-Meisterschaft und damit den sportlichen Aufstieg. Die GmbH erhält aber weder die Bundesliga- noch die Zweitligalizenz und zieht das Team zunächst zurück.

Im September war von Planungen die Rede, dieses Projekt in Angriff zu nehmen, verbunden mit einer wirtschaftlichen Sanierung und Neuordnung von Geschäftsbetrieb und Finanzen. Interessierte Sponsoren sollte es jedenfalls schon geben, hieß es hinter vorgehaltener Hand, sogar Träume von einer „ProA-Wildcard“ gab es.

Bei der Liga-Zentrale ist dahingehend jedenfalls nichts bekannt. „Wir hatten seit September keinen Kontakt mehr mit den Baskets und können daher keine Einschätzung vornehmen“, sagt DJL-Geschäftsführer Daniel Müller.

Aus gut informierten Kreisen ist zu hören, dass der „Giants e.V.“ zumindest bei der Liga nach einem „ProB“-Start angefragt hatte. Der Klub aus Oberkassel ist mit der ersten Mannschaft in der Regionalliga am Start. Der 2. Vorsitzende, Gerrit Kersten-Thiele, bestätigte die Anfrage: „Weiteres möchte ich jetzt noch nicht sagen.“ Zumal die „Düsseldorf Baskets GmbH“ dank des „sportlichen Teilnahmerechts“ zunächst das Recht hat, einen „ProB“-Lizenzantrag bis zum 31. März bei der DJL zu stellen.

Murat Didin mag die Fäden dafür jedenfalls nicht mehr in der Hand halten, engagiert sich aktuell in einem Sportprojekt in seiner türkischen Heimat. Seine einstigen Mitstreiter bei den Baskets seien derweil in Gesprächen mit der Stadt, möglichen Sponsoren und Trainern, sagt er, um spätestens im Februar die „ProB“-Pläne in die Tat umzusetzen. Oberster Punkt auf der Erledigungsliste: Die noch existierenden Schulden der Baskets endgültig zu tilgen. Dann könne der Lizenzantrag gelingen.

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