Der Ex-Kapitän der Turu kommt zu alter Form.

Düsseldorf. Nach dem Schlusspfiff wollte Engin Kizilaslan am vergangenen Sonntag ein paar Sekunden lang für sich alleine sein. Der Mittelfeldspieler des Fußball-Niederrheinligisten Turu legte den Kopf in den Nacken, streckte beide Zeigefinger mit ausgestreckten Armen in die Höhe, blickte gen Himmel und feierte so das 2:0 seines Teams über den 1. FC Viersen. "Ich habe dem lieben Gott gedankt, dass er uns als Mannschaft zu drei Punkten und mir persönlich nach den turbulenten Tagen zuvor zu Kraft und meiner alten Form verholfen hat", erklärte Kizilaslan.

Vor dem Spiel war der 26-Jährige noch von seinem Trainer entmachtet worden. Nach einer Undiszipliniertheit im Training entzog Michael Habermann seinem Leistungsträger kurzerhand die Kapitänsbinde. Stattdessen führte Neuzugang Hassan Nounouh als Stellvertreter für den verletzten Torhüter Jonas Agen die Elf von der Feuerbachstraße als Kapitän auf das Feld. Mit dieser unpopulären Maßnahme traf Habermann offenbar den Nagel auf den Kopf. Denn der Trainer stieß bei Kizilaslan ("Ich habe die Entscheidung sofort akzeptiert.") nicht nur auf Verständnis. Er erweckte zugleich auch die Spielfreude des in der Vorbereitung nicht immer überzeugenden Türken, der dem "Binden-Entzug" noch mehr Positives abgewinnen konnte. "Ich muss mich nun nicht mehr um alles kümmern, sondern kann mich wieder mehr auf mein Spiel konzentrieren."

Die Mannschaft hat sich ohnehin im Winter verändert. "Ob es richtig war, so viele Wechsel vorzunehmen, müssen andere entscheiden. Ich bin sicher, dass uns die Neuzugänge auf Dauer weiterhelfen. Die meisten von ihnen haben ja höherklassige Erfahrung", sagt "Kizi". Seinen noch nicht spielberechtigten Vetter Ugur Yakar "schleppte" der Ex-Fortune übrigens selbst an. "Ich habe gefragt, ob wir noch einen Linksfuß brauchen können, und ihn mit zum Training gebracht."

Im Spiel bei Union Solingen muss Kizilaslan am Sonntag wohl noch ohne Yakar auskommen. Dafür trifft er auf gegnerischer Seite auf ein paar alte Weggefährten und einen guten Freund - den früheren Turu-Stürmer Miguel Lopez-Torres. "Wir haben am Mittwoch telefoniert und werden nach dem Spiel was unternehmen. Vielleicht schließen wir vor der Partie eine Privatwette ab", sagte der gebürtige Wuppertaler.

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