Nach den skandalträchtigen Ereignissen von Sonntag muss die Fortuna im nächsten Spiel wohl auf zwei Leistungsträger verzichten. Funkel verteidigt vorsichtige Taktik gegen Heidenheim.

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Die Spieler von Fortuna Düsseldorf stürzen sich auf Schiedsrichter Lasse Koslowski, mit dem der Berliner Fußballverband für Nachwuchs wirbt und dabei dessen „Fingerspitzengefühl“ lobt. Fotos (2): Christof Wolff

Die Spieler von Fortuna Düsseldorf stürzen sich auf Schiedsrichter Lasse Koslowski, mit dem der Berliner Fußballverband für Nachwuchs wirbt und dabei dessen „Fingerspitzengefühl“ lobt. Fotos (2): Christof Wolff

Die Spieler von Fortuna Düsseldorf stürzen sich auf Schiedsrichter Lasse Koslowski, mit dem der Berliner Fußballverband für Nachwuchs wirbt und dabei dessen „Fingerspitzengefühl“ lobt. Fotos (2): Christof Wolff

Düsseldorf. In Heidenheim und in Düsseldorf dürfte in den nächsten Tagen Post vom Deutschen Fußball-Bund eintreffen. Die Ereignisse in der Arena beim Spiel des Funkel-Teams gegen den 1. FC Heidenheim werden ein Nachspiel haben. Nach einem Kopfstoß gegen Fortunas Mittelfeldspieler Florian Neuhaus dürfte Mathias Wittek, der übrigens Wiederholungstäter ist, gesperrt werden. Auch den Düsseldorfer wird es treffen, vielleicht etwas milder, weil er mehrfach von Gästespielern gestoßen wurde. Aber sein Tritt auf den Oberschenkel von Wittek wird ebenfalls eine Strafe nach sich ziehen.

Es gab zwar noch weitere Rangeleien, wie die zwischen Marc Schnatterer und Kaan Ayhan, aber die wurden einerseits von Schiedsrichter Lasse Koslowski bereits geahndet, oder sie wurden weder vom Schiedsrichter noch von den TV-Kameras eingefangen. So wird Fortuna wohl in jedem Fall im nächsten Spiel in Ingolstadt ohne Ayhan und Neuhaus antreten müssen. Denn innerhalb von zwei Wochen werden die Sportgerichtsmühlen des DFB gemahlen und ein Urteil ergeben haben.

Natürlich sollte man nicht alle Schuld beim Schiedsrichter suchen. Die Spieler haben durch ihre Unbeherrschtheiten ebenfalls zu den skandalösen Zuständen beigetragen. Aber die Spielleitung von Lasse Koslowski entbehrte jeglicher Leitungsqualität. Vor allem in den kritischen Situationen schaute der Schiedsrichter aus Berlin nur zu, statt Entscheidungen zu treffen, die jetzt von der Sportgerichtsbarkeit nachgeholt werden müssen.

Fortunas Mannschaft bewies bis in die Schlussphase genug Geduld

Für Friedhelm Funkel war es ebenfalls ein aufregendes Spielende. Aber der erfahrene Trainer versuchte nicht nur die Wogen der Empörung zu glätten, sondern schaffte es, sofort auch den Blick wieder auf das Wesentliche zu lenken. „Was wir bisher erreicht haben, ist sensationell“, sagte Fortunas Cheftrainer mit dem Blick auf Fortunas Bilanz. „Wir haben in 13 Spielen erst einmal verloren, deswegen gehe ich mit einem sehr guten Gefühl in die Länderspielpause.“

Funkel hatte in der Pause des Spiels gegen Heidenheim seine Spieler aufgefordert, weiter Geduld zu haben und auf die Chancen zu warten, die sich ergeben würden. Als dann Raman und Nielsen dafür sorgten, dass Fortuna sich endlich die Torchancen herausspielten, die zuvor vermisst worden waren, zeigte sich, dass der Trainer richtig gelegen und auch die Pfiffe von ungeduldigen Fans bewusst in Kauf genommen hatte. „Wir wussten, dass es ein zähes Spiel wird, und wir durften dem Gegner nicht ins offene Messer laufen“, sagte Funkel, der Respekt vor den Größenvorteilen des Gegners und der Kopfballstärke hatte.

Auch die späte Einwechslung des „Fast-Matchwinners“ Benito Raman, der in der Nachspielzeit das 2:1 erzielt hatte, ergibt aus Sicht des Trainers Sinn. Denn der Belgier ist noch nicht fit genug für 90 Minuten. So aber konnte er gerade in der entscheidenden Schlussphase für Torgefahr sorgen und hätte beinahe ja seinem Trainer Recht mit dessen taktischer Ausrichtung gegeben. Doch die Ereignisse in der Schlussphase überschlugen sich. Mit dem 2:2 können zwar beide Teams leben, mit der Schiedsrichter-Leistung allerdings gar nicht.

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