Der eingewechselte Mittelfeldspieler köpft in der Schlussminute das hochverdiente 2:2 gegen Union Berlin.

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91 Minuten waren gespielt, alks Özkan Yildirim per Kopf das verdiente 2:2 für die Fortuna gegen Union Berlin erzielte.

91 Minuten waren gespielt, alks Özkan Yildirim per Kopf das verdiente 2:2 für die Fortuna gegen Union Berlin erzielte.

Christof Wolff

91 Minuten waren gespielt, alks Özkan Yildirim per Kopf das verdiente 2:2 für die Fortuna gegen Union Berlin erzielte.

Düsseldorf. Der mit 1,73 Meter kleinste Fortuna-Spieler war am Ende der große Held. Özkan Yildirim war gerade einmal sieben Minuten auf dem Platz, als er mit seinem Kopfball für den 2:2-Ausgleich gegen Union Berlin sorgte und seiner Mannschaft zum Ende einer von den Ergebnissen her enttäuschenden „englischen Woche“ in der 2. Fußball-Bundesliga zumindest einen Punkt rettete. „Ich glaube, das war mein erstes Kopfballtor im Profibereich“, sagte Yildirim. „Wir sind nach den zwei Niederlagen zuletzt heute gut zurückgekommen. Das sagt alles über unsere Mannschaft.“

Auch vom Trainer gab es ein Lob – zuerst für das Team, dann für den Torschützen. „Die Mannschaft hat das verdient. Sie wollte das Spiel unbedingt gewinnen, hatte viele Strafraumszenen und ist belohnt worden. Das war ganz wichtig für die Moral“, sagte Friedhelm Funkel. „Das Tor wird Ötzi gut tun. Er ist ein Stück weit näher an die Mannschaft herangerückt. Deshalb wurde er in den vergangenen Spielen auch häufiger eingewechselt.“

Funkel nimmt Akpoguma nach dessen Fehler in Schutz

Nach acht Heimspielen ohne dreifachen Punktgewinn deutete zehn Minuten vor dem Spielende alles auf die dritte Niederlage in zehn Tagen hin. Der Aufstiegskandidat aus der Bundeshauptstadt hatte vor 24 721 Zuschauern die zwei groben Fehler im Düsseldorfer Defensivverbund gnadenlos ausgenutzt und führte bis in die Schlussphase hinein mit 2:0. In der Entstehung des ersten Gegentreffers war Lukas Schmitz auf der linken Abwehrseite überlaufen worden, vor dem 0:2 leistete sich Kevin Akpoguma als letzter Mann einen technischen Aussetzer. „Das sind Dinge, die jungen Spielern hin und wieder passieren. Aber es hat ihm niemand einen Vorwurf gemacht“, sagte Funkel. Stattdessen gab es aufmunternde Worte und eine Schlussoffensive mit glücklichem Ausgang.

Denn anders als beim schwachen Auftritt in Bielefeld (1:2) agierte die Fortuna auch nach dem 0:2-Rückstand mit der Überzeugung, noch etwas mitnehmen zu können. Auch ein halbes Dutzend ungenutzte Chancen warfen die seit Oktober daheim sieglosen Gastgeber nicht aus der Bahn. Angetrieben vom starken Kaan Ayhan sowie von Lukas Schmitz und Ihlas Bebou stemmte sich die Fortuna gegen die dritte Niederlage in Folge und bestrafte die passiven Berliner in der Schlussminute. Der agile Ihlas Bebou bereitete sowohl das Eigentor von Damir Kreilach als auch das 2:2 von Yildirim vor.

„Jeder gibt Vollgas und stellt sich in den Dienst der Mannschaft“, sagte Kaan Ayhan. „Nach dem Spielverlauf klärt vielleicht am Ende noch mal einer auf der Linie. Aber wir haben uns das Glück erarbeitet und den Punkt erarbeitet, auch wenn hier drei möglich gewesen wären.“

Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt nur noch vier Punkte

Mit einem von neun möglichen Punkten ist Fortunas Ausbeute aus der „englischen Woche“ angesichts der stetig punktenden Konkurrenz in der unteren Tabellenhälfte zu wenig. Doch Spieler und Trainer betonten noch einmal, dass dieses 2:2-Unentschieden für die ausstehenden sechs Spiele einen wichtigen Schub geben könnte. „Die Meisten hatten nach dem 0:2 wahrscheinlich das Gefühl, dass es das gewesen ist. Deshalb ist es ein Punktgewinn für uns. Aber die Tabellensituation ist der Wahnsinn“, sagte Torhüter Michael Rensing. „Wir müssen unsere Punkte holen, so einfach ist das.“

Angesichts von nur noch vier Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz tut die Fortuna gut daran, dies schleunigst zu erledigen. Denn der Ligaverbleib ist noch längst nicht sicher. Der späte Ausgleich gegen Union könnte in der Endabrechnung entscheidend helfen.

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