Auf dem SpoBis in Düsseldorf verrät Vorstand Robert Schäfer seine Strategie. „Wir wollen möglichst schnell aufholen.“

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Fortuna-Vorstand Robert Schäfer. Archivbild.

Fortuna-Vorstand Robert Schäfer. Archivbild.

Christof Wolff

Fortuna-Vorstand Robert Schäfer. Archivbild.

Düsseldorf. Als am Montag vor Fortuna-Vorstand Robert Schäfer mit Philipp Deipenbrock der Ticketing-Experte des 1.FC Köln über den mobilen Ticketverkauf des Erstliga-Clubs referierte, hatte Schäfer für seinen Vortrag beim SpoBis-Kongress in Düsseldorf den Aufhänger gefunden: „Willkommen in der schönsten Stadt am Rhein", sagte Schäfer und verglich dann die Entwicklung des Fußball-Zweitligisten Fortuna Düsseldorf mit der des 1.FC Köln: „Wir sind in der Entwicklung noch zwei Schritte zurück, wollen diese Schritte aber möglichst schnell gehen, um schnell aufzuholen." In der Tat ist der Traditionsverein immer noch eine Baustelle, bilanzierte im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von 1,88 Millionen Euro. Auch, weil die Erlöse aus dem Ticketverkauf seit vier Jahren rückläufig sind.

Während die Fortuna-Verantwortlichen in der Erstliga-Saison noch im Schnitt 46.500 Zuschauer in der heimischen Arena begrüßen konnten, sank das Interesse der Anhänger an ihrer Fortuna nachhaltig: 35.400 (2013/14), 32.100 (14/15), 27.000 (15/16) - das sind die Kennzahlen der vergangenen Jahre. Schäfer hat das als Auftrag verstanden, den Service für die Fans und das Management im eigenen Verein neu aufzustellen.

„Wir wussten zu wenig über unsere Fans, weil zu viele Daten in unserer Struktur verloren gegangen sind. Vergangene Ticketaktionen liefen häufig ins Leere, weil wir Spiele beworben haben, die ohnehin keinen großen Zuspruch versprachen", berichtete Schäfer am Montag. Dass sich der Fan in Düsseldorf beim Online-Kauf sein Ticket noch selbst ausdrucken musste und die Kosten im Verein aufgrund ständig wiederkehrender manueller Arbeiten hoch waren, wirkte sich aus. Die neue Strategie: Mit einem Dienstleister aus Duisburg hat sich der Verein neu aufgestellt und wird ab April dieses Jahres ein neues Ticket-Konzept verfolgen. Dann gibt es Eintrittskarten als so genanntes „mobiles Wallet-Ticket“, abzulegen in einer Art elektronischer Brieftasche und jederzeit über das Smartphone zu nutzen - elektronisch dann auch als Fahrticket für die Rheinbahn. „Da sind wir die ersten, die das auf diese Weise mit dem öffentlichen Personen-Nahverkehr hinbekommen haben", sagte Schäfer.

Auch das Marketing verändert sich: Starke Spiele stärken, schwache Spiele eben nicht mehr - das ist der Plan des Vereins. Als Beispiel nannte Schäfer die stark beworbene Weihnachtsspecial-Aktion beim Heimspiel gegen Nürnberg mit einem Verkauf von vier Tickets zum Preis von dreien, die Besucherzahl habe man damit von etwa 22.000 auf 26.500 gesteigert. „Das hat sich auf jeden Fall gelohnt“, zumal man entsprechend auch die Umsätze am Spieltag erhöht habe, woran die Düsseldorfer allerdings noch nicht in gewünschtem Maße beteiligt sind. Weitere Beispiele für starke Spiele seien die Begegnungen mit Stuttgart (37.000) und Dresden (mehr als 30.000 Zuschauer). Nicht dazu gehörte freilich das jüngste Heimspiel gegen Sandhausen (0:3, 19.317 Zuschauer). Trotz dieses Rückschlags habe die Fortuna, so Schäfer, mit den jüngsten Maßnahmen und dem sportlichen Gesamtauftritt die Zuschauerzahlen im Schmitt bereits um rund zwei Prozent steigern können. Bis zum 30. Juni dieses Jahres will der Verein einen ausgeglichenen Etat präsentieren.

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