Die Abwehr arbeitet solide. Helfen der Köstner-Elf vorne nur die Standards?

Zu selten gelang es Fortunas Außenspielern – wie hier Tugrul Erat – Flanken von den Flügeln vors Tor zu bringen.
Zu selten gelang es Fortunas Außenspielern – wie hier Tugrul Erat – Flanken von den Flügeln vors Tor zu bringen.

Zu selten gelang es Fortunas Außenspielern – wie hier Tugrul Erat – Flanken von den Flügeln vors Tor zu bringen.

Christof Wolff

Zu selten gelang es Fortunas Außenspielern – wie hier Tugrul Erat – Flanken von den Flügeln vors Tor zu bringen.

Düsseldorf. Es war eine Standardsituation, die am Sonntag dem Tor zum 1:1-Ausgleich durch Martin Latka in Dresden vorausging. Die Frage sei erlaubt, warum die Spieler so selten diese gefährliche Waffe von Flanken, Ecken und Freistößen suchen. Wer kaum nach vorne spielt und lieber lange den Ball zwischen den Abwehrwehrspielern zirkulieren lässt, kommt kaum in die Zone, wo hohe Bälle auf mehrere gut postierte Spieler im gegnerischen Strafraum für Gefahr sorgen können.

Wer als Auswärtsmannschaft erst in der 85. Minute beim Stand von 0:1 die erste von drei Ecken zugesprochen bekommt, hat nicht wirklich die Offensive gesucht. Wir analysieren, wo die Probleme und Möglichkeiten liegen.

Fehlendes Tempo

Fortuna steht hinten stabil und kompakt. Der Sicherheitsgedanke wird großgeschrieben, oft genug jedwedes Risiko vermieden. Oft ergeben sich Räume, die dann allerdings nicht genutzt werden können, weil die Spieler nicht schnell genug umschalten. „Unser Spiel wird dann gefährlich, wenn wir die Umschaltsituationen erkennen und sie auch schneller nutzen“, sagte Trainer Lorenz-Günther Köstner. „Das hat uns in Dresden lange gefehlt.“

Der fehlende Anspielpunkt

Es gibt einen Spielmacher, doch er wird nicht gesehen. Michael Liendl sollte eigentlich der Anspielpunkt im Fortuna-Spiel sein. Doch der Österreicher wurde weder gesucht noch gefunden. Zu oft wurden die Bälle hinten hin- und hergespielt. Und wenn der Gegner aggressiv nachsetzt, einfach planlos hoch nach vorne geschlagen.

Oliver Fink und Andreas Lambertz sind keine Spielmacher, und Martin Liendl ist auf der linken Seite nicht richtig im Spielgeschehen. „Ja, das stimmt, ich hatte wenig Ballkontakte und war kaum im Spiel“, sagte Liendl. „Aber ich muss mir auch an die eigene Nase fassen und mich mehr anbieten, mir die Bälle holen, wie ich es nach der Pause getan habe.“ Erst im Zentrum und als die Not groß war, wurde Liendl zur Schaltzentrale.

Kaum Spiel über die Außen

Der Versuch der Fortuna das Spiel über die Außen nach vorne zu tragen, erscheint halbherzig. Die Außen werden angespielt, aber meistens folgt dann der Rückpass. Die Bewegung und das Kombinationsspiel mit Doppelpässen, das nötig ist, um die Außen freistehend zum Flanken zu bringen, ist bei Fortuna kaum zu sehen.

Ein Steilpass auf den Flügel bringt sofort Gefahr, weil in der Mitte kopfballstarke Spieler warten. Doch sie warten oft fast 90 Minuten lang vergebens. Dass Flanken zu Torchancen und zu Treffern führen können, sah man beim Ausgleich in Dresden. Im Training müssen standardisierte Spielzüge entwickelt werden, die zu Flanken führen und mehr Tore möglich machen. Sich nur auf Standards zu verlassen ist zu wenig.

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