Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth fordert die Düsseldorfer Wirtschaft auf, nicht nur einseitig vom Image der Stadt zu profitieren, sondern noch mehr dafür zu tun.

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Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth appelliert an die Düsseldorfer Wirtschaft.

Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth appelliert an die Düsseldorfer Wirtschaft.

Christof Wolff

Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth appelliert an die Düsseldorfer Wirtschaft.

Die Fortuna steht in der dritten deutschen Fußball-Liga derzeit auf Rang vier. Noch sind es jedoch 18 Spiele bis zur Entscheidung im Aufstiegskampf. Und der Traditionsklub will diesmal nicht wie im vergangenen Jahr hauchdünn scheitern. In unserem Interview zählt uns Fortunas Vorstandssprecher Peter Frymuth auch seine weiteren Wünsche für das neue Jahr auf.

WZ: Herr Frymuth, wie fällt die Bilanz für 2008 aus der Sicht der Fortuna aus?

Peter Frymuth: Wenn ich auf das gesamte Spieljahr zurückschaue, haben wir viele erfolgreiche Phasen gehabt. Aber es gab auch einige enttäuschende Dellen. Die größte Enttäuschung waren die Punktverluste zum Ende der vergangenen Saison gegen Magdeburg und Dresden, die uns letztlich den Aufstieg gekostet haben. Was jetzt aber zählt: wir wollen oben dran bleiben und den Aufstieg im Sommer realisieren.

Das heißt, Sie sind mit der derzeitigen Ausgangslage und Platz vier zufrieden?

Frymuth: Nein, mit der Situation kann ich nicht zufrieden sein. Denn die Mannschaft hat in den letzten Spielen vor der Winterpause von zwölf möglichen nur zwei Punkte geholt. Das Positive ist hingegen der Punktgewinn in Paderborn. Und die dortige sagenhafte Unterstützung durch die Fans, von denen uns über 3000 beim Spitzenreiter angefeuert haben. Aber auch das zeigt, welche Verantwortung und welche Hoffnungen die Spieler tragen.

Wie beurteilen Sie derzeit die wirtschaftliche Lage des Vereins?

Frymuth: Die ist immer noch angespannt. Bis wir uns komplett auf eigene Beine stellen können, wird noch einige Zeit vergehen. Die Gratwanderung zwischen dem Abbau der Schulden und dem sportlichen Erfolg hält uns in Atem. In der Thematik Sportwelt haben wir inzwischen eine stabile Rechtslage. Die Dinge, die vereinbart wurden, müssen wir jetzt längerfristig umsetzen. Mit der Lösung für die Arena-Nutzung und der Hilfe der Stadt sind wir noch nicht am Ende unserer Bemühungen. Die Gesamtschulden sind zwar einigermaßen überschaubar, aber große Sprünge sind für uns einfach nicht möglich.

"Ich wünsche mir, dass wir nach der Winterpause mit einem Sieg starten und auf der Erfolgswelle bis zum letzten Spieltag schwimmen."

Sind Sie genau so enttäuscht, wie Geschäftsführer Wolf Werner über die mangelhafte Unterstützung durch die in Düsseldorf ansässigen großen Wirtschaftsunternehmen?

Die Fortuna tritt am Montag beim "Rheinlandcup" in der KölnArena gegen den TuS Koblenz (18.26 Uhr) und gegen den 1.FCKöln (19.30 Uhr) an. Eurosport überträgt das Hallenturnier live.

Norbert Meier überlegt vor den Hallenauftritten in Köln und Hamburg (9. und 10. Januar), ob er angeschlagene Leistungsträger einsetzen sollte. Im Falle von Andreas Lambertz wird Fortunas Trainer wohl die sichere Variante wählen und den Kapitän bei den Spielen in der Halle nur zuschauen lassen.

Frymuth: Zunächst einmal bin ich froh, dass die Fortuna in der Stadt immer ein Gesprächsthema ist - sowohl im negativen wie auch im positiven Fall. Deshalb will ich auch trotz der schwierigen Rahmenbedingungen in der 3. Liga über mangelhafte Unterstützung nicht großartig Klage führen. Vorstand und Aufsichtsrat sind gefordert, sich noch stärker zu engagieren, um vielleicht doch noch potente Partner ins Boot zu holen. Eine noch größere Identifikation mit der Fortuna wäre auf jeden Fall mehr als wünschenswert. Die Unternehmen sollten nicht nur vom Image der Stadt profitieren, sondern auch etwas dafür tun.

Warum ist der Aufstieg so wichtig für Fortuna?

Frymuth: Für eine zukunftsorientierte Entwicklung unseres Vereins ist der Aufstieg sehr wichtig. Denn die 3.Liga ist ein Balanceakt ohnegleichen. Wer aufsteigen will, muss fast eine zweitliga-taugliche Mannschaft haben, verfügt aber nur über die viel bescheideneren TV-Einnahmen der 3. Liga.

Ihren Worten zufolge wird es also keine großartigen Verpflichtungen für die Mannschaft bis zum Start in die Restsaison geben?

Frymuth: Die sportlich Verantwortlichen schauen sich derzeit um. Und wir bemühen uns, das eine oder andere möglich zu machen. Aber mit Klubs wie beispielsweise Aalen, die derzeit einige namhafte Spieler verpflichten, können wir jedenfalls in diesem Bereich nicht konkurrieren.

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