Ehemalige Fortuna-Profis sprechen in unserer Serie über den Aufstieg. Heute ist es Uwe Fuchs, der 1989/90 in Düsseldorf spielte und 2001 Trainer der Rot-Weißen war.

INTERVIEW
Uwe Fuchs (l.) spielte einst selbst mit der Fortuna in der Bundesliga. Hier jubelt er mit Dirk Krümpelmann, Anthony Baffoe und Thomas Allofs.

Uwe Fuchs (l.) spielte einst selbst mit der Fortuna in der Bundesliga. Hier jubelt er mit Dirk Krümpelmann, Anthony Baffoe und Thomas Allofs.

homü

Uwe Fuchs (l.) spielte einst selbst mit der Fortuna in der Bundesliga. Hier jubelt er mit Dirk Krümpelmann, Anthony Baffoe und Thomas Allofs.

Herr Fuchs, was machen Sie heute beruflich und wie verfolgen Sie die Fortuna?

Uwe Fuchs: 2011 habe ich mich entschieden, nicht mehr als Trainer zu arbeiten. Aber ich habe nach wie vor das große Glück im Fußball tätig sein zu können. Seit 2013 bin ich für die Spieleragentur SportsTotal als Berater tätig. Aus Berufsgründen verfolge ich natürlich auch die Fortuna, sogar mit regelmäßigen Spielbesuchen und nicht nebenbei. Sieben oder acht Spiele der vergangenen Saison habe ich im Stadion gesehen.

Wie sehr hat Sie der Aufstieg nach den durchwachsenen Jahren zuvor überrascht?

Fuchs: Die Mannschaft war von Anfang an gut besetzt. Und es sind einige gute, interessante Transfers getätigt worden. So wie im Fall von Benito Raman. Fortuna hat in diesem Bereich gut gearbeitet. Zudem hatte der Kader vorher auch schon Qualität. Rouwen Hennings zählte in der 2. Liga zu den Top-Stürmern. Auch die Verpflichtungen von Takashi Usami, Florian Neuhaus oder Niko Gießelmann waren herausragend. Die Mischung aus jüngeren Spielern und „Haudegen“ war sehr gut. Insgesamt war die Mannschaft einfach auch charakterstark. Es gab sicher andere Teams, die ebenfalls gut besetzt waren. Aber die Fortuna hat ihr Potenzial am besten ausgespielt.

uwe fuchs.jpg

Uwe Fuchs. Foto: Witters

Wie bewerten Sie die Arbeit von Trainer Friedhelm Funkel und der Chefetage um Robert Schäfer?

Fuchs: Die Arbeit der handelnden Personen ist in erster Linie erfolgreich. Der Verein hat eine gute Außendarstellung gehabt, auch in den schwächeren Phasen der Saison, als es mal nicht so gut lief. Es ist immer ruhig geblieben. Das ist wichtig. Die Fortuna gibt als Club ein sympathisches Erscheinungsbild ab.

In welchen Mannschaftsteilen besteht noch Handlungsbedarf?

Fuchs: Es sind bereits gute Grundlagen geschaffen worden. Die Fortuna steht in der Geldrangliste nun mal nicht sehr weit vorne. Es müssen Spieler gefunden werden, die noch nicht ihre Leistungsspitze erreicht haben. Die müssen in Düsseldorf den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung gehen. Ich bin sicher, dass die Kaderplaner Robert Palikuca und Uwe Klein die richtigen Entscheidungen treffen werden. Von außen muss man diesbezüglich keine schlauen Kommentare geben. Die Fortuna hat einen Plan und wird ihren Weg gehen.

Was wird der große Unterschied zwischen der Bundesliga und der zweiten Liga sein?

Fuchs: In der 2. Liga musst du deutlich mehr Spiele selbst gestalten. Nun wird es darauf ankommen, aus einer kompakteren Grundordnung heraus den Erfolg zu suchen. Umschaltspiel und Konter sind ebenfalls wichtig.

Was muss anders laufen als in der Bundesliga-Saison 2012/13, als es direkt wieder nach unten ging?

Fuchs: Das ist schwer zu beurteilen. In der Bundesliga brauchst du einen langen Atem. Die Fortuna schafft gute Voraussetzungen um aus der Rolle des Außenseiters das bestmögliche zu machen. Für Friedhelm Funkel ist diese Situation nicht unbekannt. Er hat das richtige Gespür für diese Aufgabe.

Schafft die Fortuna den Klassenerhalt?

Fuchs: Das ist ein dickes Brett, was da zu bohren ist. In der Gesamtbesetzung ist die Mannschaft in der Lage – bei optimalem Verlauf – drei Teams hinter sich zu lassen. Wichtig ist es, Rückschläge gut wegzustecken, Ausdauer und Beharrlichkeit zu zeigen.

Darüber hinaus: Was muss passieren, um sich mittelfristig in der Bundesliga etablieren zu können?

Fuchs: Um es platt zu sagen: erst mal die Liga halten. Dann macht man einen Quantensprung. Der Verein macht jedenfalls den Eindruck, dass klug mit den wirtschaftlichen Ressourcen umgegangen wird. Der Club ist auf dem Weg, sich unter den Top 20 zu etablieren. Das muss der Weg sein, doch der ist lang und beschwerlich.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer